Bayern-Basketballer sollen deutscher Meister werden
Nach einer enttäuschenden Saison ohne Titel haben die Verantwortlichen des FC Bayern eine klare Vorgabe für die neue Bundesliga-Spielzeit formuliert: Die Basketballer müssen deutscher Meister werden. Präsident Herbert Hainer und Ehrenpräsident Uli Hoeneß erhöhen den Druck vor dem Auftakt gegen Bamberg.
Die Führung des FC Bayern hat die Erwartungen an ihre Basketballer vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison unmissverständlich formuliert. «Es muss so sein, dass wir deutscher Meister werden», sagte Vereinspräsident Herbert Hainer kurz vor dem Saisonbeginn. «Und alles andere muss dann hinterher folgen.» Damit richtet der Klub eine klare Titelvorgabe an die Mannschaft, die in der vergangenen Spielzeit ohne Pokal geblieben war.
Hainer bezog sich dabei nicht nur auf die Bundesliga. Auch der BBL-Pokal soll gewonnen werden, und in der Euroleague soll das Team diesmal die Playoffs erreichen. Die Münchner waren in der Vorsaison als Topfavorit im Pokal bereits im Halbfinale ausgeschieden. Im entscheidenden Finalspiel der Bundesliga verspielten sie gegen Alba Berlin noch einen 20-Punkte-Vorsprung. Beide Niederlagen ereigneten sich in der eigenen Halle, dem SAP Garden.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hadert auch Wochen später noch mit der Finalniederlage gegen Berlin. «Das ist nicht Bayern München», sagte er bei einer Veranstaltung zum 80-jährigen Jubiläum der Basketball-Abteilung. Ein solches Debakel dürfe nicht passieren. «Das hat nicht unbedingt mit der Klasse der Mannschaft zu tun, sondern mit der Mentalität — und die hat mir letztes Jahr nicht gefallen.» Er ergänzte: «Da muss sich was ändern.»
Zwei personelle Konsequenzen wurden bereits gezogen: Mit Trainer Anton Gavel und Sport-Geschäftsführer Thorsten Leibenath übernahmen zwei neue Verantwortliche. Beide stehen nach Einschätzung der Klubführung sofort unter Druck, denn die Titelvorgabe gilt ab dem ersten Spieltag. Hainer verwies zudem darauf, dass die Mannschaft «auch entsprechend noch einmal aufgerüstet» wurde. Neue Spieler sollen den Kader verstärken, der am Sonntag um 18.00 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Bamberg Baskets in die Saison startet.
Der Präsident will die Erfolgsansage dem Team nach eigener Aussage noch persönlich überbringen. «Die wissen alle, wo es lang geht», sagte Hainer. «Aber ich werde, bevor die Saison losgeht, noch einmal zur Mannschaft sprechen und auch noch einmal klarmachen, was der FC Bayern ist und welche Erwartungshaltung wir haben.» Damit setzt der Verein auf eine direkte Ansprache, um die sportlichen Ziele zu unterstreichen.
Hoeneß warnte zugleich vor nachlassender Aufmerksamkeit des Publikums. Zwei Spielzeiten lang habe großes Fan-Interesse bestanden, vor allem durch den neuen SAP Garden als Spielstätte der Euroleague. «Die große Euphorie wird irgendwann nachlassen, weil die Leute alle mal da waren», sagte der Ehrenpräsident. «Jetzt werden die nur kommen, wenn toller Sport geboten wird. Das ist schon eine Verpflichtung an die Verantwortlichen.» Für den Basketball in München steht damit eine entscheidende Saison bevor, in der sportlicher Erfolg und Zuschauerinteresse eng zusammenhängen.




