Zverev gewinnt US Open und feiert zweiten Grand-Slam-Titel
Alexander Zverev bezwingt Ben Shelton im Finale der US Open mit 6:3, 7:6, 5:7, 6:2 und krönt sich als zweiter Deutscher nach Boris Becker 1989 zum Champion in New York. Die internationale Presse feiert den 29-Jährigen als neuen König von New York, während manche Beobachter auf die Rückkehr von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz warten.
Alexander Zverev hat erstmals die US Open gewonnen und damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel innerhalb weniger Monate gefeiert. Der Hamburger setzte sich im Finale von New York gegen den Amerikaner Ben Shelton mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 durch und ist damit der erste deutsche US-Open-Sieger im Männer-Einzel seit Boris Becker im Jahr 1989. Nach 3:33 Stunden verwandelte der 29-Jährige seinen ersten Matchball und ließ sich von den Fans im Arthur Ashe Stadium feiern.
Bereits im Juni hatte Zverev bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Erfolg errungen. Gut drei Monate später rundete er seine Saison bei den vier wichtigsten Tennisturnieren ab. Im Gegensatz zum verlorenen Wimbledonfinale gegen den verletzt fehlenden Jannik Sinner dominierte Zverev das Duell mit Shelton über weite Strecken. Vor Prominenten wie den Schauspielern Brad Pitt und Pierce Brosnan sowie Sportstars wie Lindsey Vonn präsentierte sich der Weltranglistenzweite in seinem sechsten Grand-Slam-Finale abgeklärt.
Shelton, der 23 Jahre alte Weltranglisten-Neunte, hielt dem Druck nicht stand und verlor auch das sechste Duell im sechsten Vergleich mit Zverev. Der Amerikaner verpasste damit den ersten Grand-Slam-Titel eines männlichen US-Amerikaners seit Andy Roddick im Jahr 2003. Zudem wäre er der erste männliche Schwarze als Titelgewinner seit Arthur Ashe 1968 bei den US Open gewesen. Ashes Witwe verfolgte das Finale auf der Tribüne.
Wie schon im gesamten Turnier sorgte Zverev mit seinem häufigen Auftippen des Balls für eine Kontroverse. Shelton beklagte sich, dass der Deutsche sehr lange vor seinem Aufschlag zur Vorbereitung brauche. Schiedsrichterin Marijana Veljović ermahnte Zverev daraufhin, etwas schneller zu werden. «Sascha bounced den Ball so oft, das bringt dich raus», kritisierte Sheltons Vater und Trainer Bryan während der Partie. Zverev zeigte sich von der hitzigen pro-amerikanischen Stimmung im größten Tennisstadion der Welt unbeeindruckt. «Mir ist das egal», hatte er vor dem Finale gesagt. «Ich bin es gewohnt, ich mag solche Atmosphären auch. Ich werde es auch irgendwo genießen.»
Zu Beginn war Shelton die Anspannung deutlich anzumerken. Per Doppelfehler gab er direkt im ersten Spiel seinen Aufschlag ab. Nach einem gelungenen Volley des Publikumslieblings Mitte des ersten Satzes sprangen die Zuschauer jubelnd von ihren Sitzen auf. Doch Zverev blieb stabil und ließ auch im zweiten Satz keinen Breakball zu. Wenn sein erster Aufschlag ins Feld kam, gelang ihm zu mehr als 90 Prozent auch der Punktgewinn. Im Tie-Break führte er schnell 5:0 und nutzte den Vorsprung souverän.
«Wenn's zählt, spielt er sein bestes Tennis und immer wenn es eng ist, schafft er es seine Leistungsstärke hervorzurufen», lobte Boris Becker als Experte. Auch 2020 lag Zverev im US-Open-Finale gegen Dominic Thiem bereits mit 2:0-Sätzen vorne, hatte diese Chance jedoch verspielt. Diesmal blieb er unbeirrt, schaffte nach dem verlorenen dritten Satz sofort wieder das Break im ersten Spiel des vierten Durchgangs. Beim Stand von 2:1 kassierte er eine Warnung wegen zu langer Aufschlagvorbereitung, die Zuschauer johlten. Doch Zverev konnte sich auf seine überragende Physis verlassen, entnervte Shelton und durfte befreit jubeln.
Die internationale Presse feiert den Sieger als «neuen König in New York». Medien loben Zverev als einen der besten Spieler seiner Generation, einige Beobachter sehnen sich dennoch nach Jannik Sinner und Carlos Alcaraz zurück. Wie schon das komplette Turnier saß Freundin Sophia Thomalla wegen eigener beruflicher Verpflichtungen nicht in seiner Box. Ungewohnterweise musste auch Shelton auf die Unterstützung seiner Partnerin Trinity Rodman verzichten, die zeitgleich selbst auf dem Fußballplatz stand.




