Die SSC Neapel gibt dem FC Schalke 04 die Schuld am geplatzten Wechsel von Jesper Lindström. In einer ausführlichen Stellungnahme zeichnete der italienische Club den Verlauf der Gespräche zwischen beiden Vereinen in den entscheidenden Stunden vor dem Scheitern protokollartig nach. Die Mitteilung solle verdeutlichen, «wo die tatsächliche Verantwortung für den gescheiterten Transfer liege», hieß es aus Neapel. Zuvor hatte die «Bild» über verärgerte Schalker berichtet, die sich über nicht eingehaltene Absprachen beklagt haben sollen. Diese Darstellung weist der Club aus Neapel nun ausdrücklich zurück.
Nach Schilderung der Italiener verliefen die Verhandlungen in den letzten Tagen anders, als es der Bericht nahegelegt hatte. Demnach war Schalke am Sonntag zunächst mit einem Angebot einverstanden, das den Wechsel des früheren Frankfurter Europapokal-Helden zum Bundesligisten vorsah. Nur einen Tag später, am Montag um 13.00 Uhr, revidierte der Verein aus dem Ruhrgebiet diese Zustimmung jedoch überraschend. Als Begründung führten die Verantwortlichen an, dass sie ihre Transferstrategie angesichts der Verletzungen zweier Spieler am Wochenende an die neuen sportlichen und taktischen Anforderungen hätten anpassen müssen.
Die SSC Neapel habe daraufhin um 13.22 Uhr geantwortet, dass sie Verständnis für die Situation der Schalker habe und auch die von Schalke vorgelegte neue Vertragsversion akzeptiere. Damit signalisierten die Italiener, trotz der geänderten Umstände an dem Transfer festhalten zu wollen. Nach Ansicht Neapels war der Weg für einen Abschluss damit frei.
Doch um 17.32 Uhr teilte Schalke den Angaben zufolge dann mit, kein Interesse mehr an dem Transfer zu haben. Damit kippte das Geschäft nur rund vier Stunden, nachdem Neapel dem neuen Vertragsmodell zugestimmt hatte. Der Wechsel war endgültig geplatzt.
Der 26 Jahre alte Däne war wegen des Transferplans zu diesem Zeitpunkt bereits nach Deutschland gereist. Bei Schalke war Lindström als fester Bestandteil des Kaders eingeplant und sollte die Offensive des Bundesligisten verstärken. Nach dem Scheitern der Verhandlungen ist nun offen, wie es für den Spieler und den Club aus Gelsenkirchen weitergeht.
Lindström spielte von 2021 bis 2023 bei Eintracht Frankfurt und gehörte zu der Mannschaft, die 2022 die Europa League gewann. In Frankfurt erlebte er seine erfolgreichste Zeit. Im Anschluss wechselte er zur SSC Neapel, wo er sich sportlich jedoch schwer tat und nicht an die Frankfurter Leistungen anknüpfen konnte. Auch die Leihgeschäfte mit dem FC Everton und zuletzt dem Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg verliefen wenig erfolgreich.
Für Schalke kommt das Scheitern der Verhandlungen einem Rückschlag in der Kaderplanung gleich, denn der Club hatte Lindström als Verstärkung eingeplant. Neapel wiederum sieht die Verantwortung für das Aus nicht bei sich, sondern verwies in seiner Mitteilung auf die dokumentierte Abfolge der Kontakte. Damit bleibt der geplatzte Wechsel ein Streitpunkt zwischen beiden Vereinen.
