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Amazon profitiert vom KI-Boom und steigert Gewinn im Cloud-Geschäft

Die Cloud-Sparte AWS von Amazon wächst im vergangenen Quartal deutlich schneller, während der Konzern massiv in neue Rechenzentren investiert.

Amazon profitiert weiterhin massiv von seinem Cloud-Geschäft. Die Sparte AWS hat im vergangenen Quartal ihr Wachstum beschleunigt und den Umsatz im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 46 Milliarden Dollar gesteigert. Das operative Ergebnis des Bereichs stieg auf 17,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit dem Cloud-Angebot von AWS will der weltgrößte Online-Händler auch am aktuellen KI-Boom teilhaben. Der Konzern ist sowohl ein führender Anbieter von Cloud-Diensten als auch der größte Online-Händler der Welt. Gerade im Bereich der künstlichen Intelligenz nachgefragte Rechenkapazitäten sind für Cloud-Anbieter ein zentraler Wachstumstreiber, zugleich aber mit hohen Kosten verbunden.

Der Ausbau der dafür nötigen Rechenzentren verschlingt gewaltige Summen. Allein für dieses Jahr hat Amazon Kapitalinvestitionen von 220 Milliarden Dollar veranschlagt. Diese Ausgaben belasten die Bilanz, sind aber Voraussetzung dafür, die steigende Nachfrage nach Rechenleistung bedienen zu können.

Im Konzern insgesamt wuchs der Umsatz im vergangenen Quartal um zwölf Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn sank dagegen um gut zwei Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar. Amazon erklärte den Rückgang vor allem damit, dass vor einem Jahr Bewertungsgewinne aus der Investition in das KI-Unternehmen Anthropic das Ergebnis deutlich angehoben hatten. Der Vergleich mit dem Vorjahresquartal fällt deshalb in diesem Punkt ungünstiger aus, ohne dass sich das operative Geschäft in gleicher Weise verschlechtert hätte.

Schwächer fiel dagegen die Prognose für das Handelsgeschäft im wichtigen Weihnachtsquartal aus. Sie lag unter den Erwartungen der Märkte, was den Blick der Anleger zusätzlich auf das Einzelhandelsgeschäft lenkte. Die Aktie gab im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als sechs Prozent nach.

Die Zahlen zeigen, wie stark sich das Gewicht des Konzerns verschiebt. Während der Onlinehandel das bekannteste Standbein bleibt, trägt die Cloud-Sparte inzwischen einen erheblichen Teil zum Ergebnis bei und wird zum Motor des Wachstums. Ob sich die hohen Investitionen im Verhältnis zu den Erträgen auszahlen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie anhaltend die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleibt.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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