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Mittwoch, 30. September 2026

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Arbeitslosigkeit sinkt knapp unter drei Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September auf 2,994 Millionen gefallen. Die Bundesagentur für Arbeit spricht von einer schwunglosen Herbstbelebung und rechnet erst mit Verzögerung mit einer Trendwende.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September erstmals seit Monaten wieder unter die Drei-Millionen-Marke gefallen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2,994 Millionen Menschen ohne Job gemeldet. Im Vergleich zum August bedeutet das einen Rückgang um 67.000 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat September 2025 stieg die Zahl jedoch um 40.000. Die Arbeitslosenquote sank saisonbedingt um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent, liegt aber ebenfalls 0,1 Punkte über dem Wert des Vorjahres.

Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, bezeichnete den Auftakt der Herbstbelebung als «schwunglos». «Die wirtschaftliche Verbesserung kommt auf dem Arbeitsmarkt derzeit noch nicht an», sagte sie in Nürnberg. Zwar deuten die Prognosen der großen Wirtschaftsforschungsinstitute auf ein moderates Wachstum der deutschen Konjunktur hin. Doch die Entkopplung von Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsmarkt hält an. Nahles erklärte, dieser Zusammenhang sei aus früheren Krisen bekannt: «Wenn wir in die Krisen reingehen, dann dauert es länger, bis das auf dem Arbeitsmarkt ankommt. Umgekehrt, wenn wir aus der Krise rausgehen, dann dauert es eben auch länger.» Die Arbeitsmarktforschung erwartet für das Schlussquartal 2026 noch keine Trendwende. Erst bei einer stabilen Erholung werde sich diese mit zeitlicher Verzögerung auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt schwach. Im September waren bei der Bundesagentur 660.000 offene Stellen gemeldet, 30.000 mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung, die neben der registrierten Arbeitslosigkeit auch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit einbezieht, ging saisonbereinigt um 7.000 auf 3,615 Millionen zurück. Im Vorjahresvergleich liegt sie um 25.000 höher. 1,082 Millionen Menschen erhielten Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung, 85.000 mehr als im September 2025. Die Zahl der erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung betrug 3,704 Millionen und lag damit um 145.000 unter dem Vorjahreswert.

Ein wachsendes Problem sieht die Bundesagentur beim Arbeitskräftepotenzial. Weil mehr Menschen der Babyboomer-Jahrgänge in Rente gehen und weniger aus dem Ausland nach Deutschland kommen, geht das Erwerbspersonenpotenzial weiter zurück. Nahles sprach sich für einen vermehrten, aber regulierten Zuzug von Fachkräften aus. «Wir brauchen Fachkräfte und wir brauchen auf jeden Fall wieder mehr Fachkräfte aus dem Ausland, insbesondere dann, wenn die Konjunktur sich erholt», sagte sie. Der Fachkräftemangel werde in den nächsten fünf Jahren ein größeres Problem als die aktuelle Arbeitslosigkeit. Die Situation sei derzeit sehr kritisch: «Es wandern momentan sogar mehr Leute aus als ein.»

Regional bleiben die Unterschiede groß. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnet Bremen mit 11,2 Prozent, gefolgt von Berlin mit 10,4 Prozent. Die niedrigsten Quoten weisen Bayern mit 4,2 Prozent und Baden-Württemberg mit 4,7 Prozent auf. Mit Thüringen und Brandenburg, die jeweils 6,3 Prozent erreichen, liegen auch zwei ostdeutsche Bundesländer unter dem Bundesdurchschnitt.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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