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Mittwoch, 30. September 2026

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Onlinehandel: Retouren steigen 2026 auf neuen Höchststand

Deutsche Onlinekäufer schicken 2026 voraussichtlich 560 Millionen Pakete zurück. Fast jede vierte Bestellung wird retourniert, besonders Kleidung. Händler reagieren mit KI und Preisanpassungen.

Die Zahl der Rücksendungen im deutschen Onlinehandel steigt weiter und erreicht in diesem Jahr einen neuen Höchststand. Nach Berechnungen des Retourenforschers Björn Asdecker von der Universität Bamberg werden Kundinnen und Kunden 2026 voraussichtlich 560 Millionen Pakete zurückschicken. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei 550 Millionen. Die Zahlen liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Als Hauptgrund für den Anstieg nennt Asdecker das anhaltende Wachstum des Onlinehandels bei einer nahezu unverändert hohen Retourenquote. Fast jede vierte online bestellte Sendung wird mittlerweile retourniert. Der Experte rechnet damit, dass die Quote sogar noch weiter steigen könnte. Denn immer mehr Menschen kaufen über Apps auf dem Smartphone ein und seltener am Computer. «Auf Smartphone-Apps wird schneller gekauft. Es werden weniger Informationen konsumiert, bevor man den Bestellbutton drückt», erklärt Asdecker. Die Folge: Fehlkäufe nehmen zu, die zurückgeschickt werden.

Besonders betroffen ist das Modesegment. Über 80 Prozent der retournierten Pakete und rund 90 Prozent der zurückgesandten Artikel entfallen auf Kleidung. Für die Händler bedeutet das einen wachsenden Margendruck, denn die Kosten für Rücksendungen sind erheblich. Etwa 20 Prozent der Unternehmen geben pro Retoure mehr als 10 Euro aus. Der größte Kostenblock ist der Rücktransport, der laut einer Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI etwa zwei Drittel der Retourenkosten ausmacht.

Viele Onlinehändler bieten kostenlose Rücksendungen an und legen diese Kosten auf ihre Artikelpreise um. Dadurch wirken sich die Rücksendungen einzelner Kundinnen und Kunden auf die Preise für alle Käufer aus. Um die steigende Flut an Retouren besser in den Griff zu bekommen, setzen Händler zunehmend auf künstliche Intelligenz. Knapp jeder zehnte befragte Händler experimentiert inzwischen mit KI-gestützten Lösungen, um Retouren besser zu analysieren. Laut EHI kommt die KI im Retourenmanagement an, bleibt aber oft ein Pilotprojekt und wird noch nicht breit operativ eingesetzt.

Die Entwicklung dürfte den Druck auf den Handel weiter erhöhen. Denn während der Onlinehandel wächst, steigen auch die logistischen und finanziellen Herausforderungen durch Rücksendungen. Ob KI und veränderte Preisstrategien den Trend umkehren können, ist offen. Klar ist: Die Retourenquote bleibt ein zentrales Thema für Händler und Verbraucher gleichermaßen.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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