BDI-Chef Leibinger wirbt in Seoul für Doppelstrategie zwischen China und Asien
Am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz in Seoul plädiert BDI-Präsident Leibinger dafür, China als wichtigen Partner zu nutzen und zugleich andere asiatische Märkte gezielt zu umwerben. Die deutsche Industriepolitik sende dazu allerdings widersprüchliche Signale.
China bleibt für die deutsche Wirtschaft ein wichtiger Partner. Dennoch wirbt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz in Seoul für eine Doppelstrategie: Der Markt in China solle weiter genutzt, gleichzeitig sollten andere Staaten Asiens verstärkt umworben werden. Den Vorstoß hat BDI-Chef Leibinger in den Mittelpunkt der Konferenz gestellt.
Nach Darstellung des Handelsblatts kritisiert die Industrie, dass die deutsche Industriepolitik derzeit widersprüchliche Signale aussendet. Wer Märkte außerhalb Chinas erschließen wolle, brauche aus Sicht der Wirtschaft verlässliche und konsistente Rahmenbedingungen, damit Unternehmen langfristig planen können. Genau daran fehle es nach Einschätzung des Verbands derzeit.
Die Konferenz in Seoul bietet damit den Rahmen für eine Debatte, die viele exportorientierte Unternehmen beschäftigt: Wie lässt sich die Abhängigkeit von einem einzelnen großen Absatzmarkt verringern, ohne auf die Geschäfte in China zu verzichten? Die Antwort des BDI lautet, beide Wege parallel zu verfolgen. Die Doppelstrategie verbindet damit die Pflege bestehender Beziehungen zur Volksrepublik mit dem Ausbau von Geschäftsbeziehungen zu weiteren Ländern der Region.
Für die deutsche Wirtschaft ist Asien seit Jahren ein zentrales Zielgebiet für Exporte und Investitionen. Der Verband betont dabei, dass die Ausrichtung nicht gegen China gerichtet sei, sondern auf mehr Breite im Außenhandel zielt. Ob die Politik die geforderte Verlässlichkeit liefert, dürfte nach Einschätzung der Industrie darüber entscheiden, wie rasch Unternehmen ihre Strategien umsetzen können.
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