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Wirtschaft

BMW erlebt Gewinneinbruch und kündigt Stellenabbau an

Der Münchner Autobauer BMW meldet für das zweite Quartal einen Gewinnrückgang von 35 Prozent. Vor allem das schwache China-Geschäft und der verschärfte Wettbewerb belasten. Neuer Chef Milan Nedeljkovic kündigte umfassende Sparmaßnahmen an, darunter den Abbau von mehreren Tausend Stellen.

BMW erlebt Gewinneinbruch und kündigt Stellenabbau an
Krise der Autoindustrie: BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein
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Die Krise der deutschen Automobilindustrie erfasst nun auch BMW mit voller Wucht. Der Münchner Konzern meldete für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von 35 Prozent – auf nur noch 1,2 Milliarden Euro nach Steuern. Auch die Umsätze sanken von 34 auf 31 Milliarden Euro. Der neue Vorstandsvorsitzende Milan Nedeljkovic, der erst seit wenigen Monaten im Amt ist, sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert.

Im Geschäftsbereich Automobile brach das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als 60 Prozent auf nur 629 Millionen Euro ein. Dies bedeutet, dass BMW im zweiten Quartal mit seinen Finanzdienstleistungen mehr Gewinn erzielte als mit dem Verkauf von Neufahrzeugen – eine bemerkenswerte Verschiebung, die den Ernst der Lage unterstreicht.

Die Schwäche in China ist der Haupttreiber des Abschwungs. Der Absatz von BMW-Fahrzeugen auf dem chinesischen Markt fiel im zweiten Quartal um fast ein Drittel. Die zunehmende Konkurrenz durch einheimische Hersteller, die auch in anderen asiatischen Ländern und weltweit wächst, setzt das Unternehmen unter Druck. Zusätzlich belasten Zölle im hohen dreistelligen Millionenbereich, Wechselkursschwankungen und geopolitische Unsicherheiten wie der Krieg im Nahen Osten die Bilanz.

Erst einen Tag vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen war bekannt geworden, dass BMW einen umfassenden Stellenabbau plant. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen sollen weltweit rund 8.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. In Deutschland ist ein Abfindungsprogramm vorgesehen, das sich vorwiegend an Verwaltungsangestellte richtet. Produktionsmitarbeiter sind von dieser Maßnahme ausgenommen. Der neue CEO Nedeljkovic betonte, die Auslastung der deutschen Werke sei sehr gut und werde auch in den nächsten Jahren gesichert sein. Dennoch rechtfertigte er die Sparmaßnahmen mit dem rasant steigenden Wettbewerbsdruck.

Nedeljkovic, der zuvor Produktionsvorstand war und seit Mai an der Spitze des Konzerns steht, hatte bereits kurz nach Amtsantritt eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Nun äußerte er sich erstmals direkt zu den Abbauplänen: «Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein.» Finanzvorstand Walter Mertl ergänzte, dass die Effizienzmaßnahmen nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr nun weiter intensiviert werden. Ziel sei es, die Komplexität zu reduzieren und die Kostenbasis nachhaltig zu senken.

Künstliche Intelligenz soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Nedeljkovic erklärte, dass durch KI-gestützte Prozesse die Mitarbeiter schneller arbeiten könnten und kleinere Teams umfangreichere Aufgaben übernehmen könnten. Das Unternehmen setzt darauf, mit weniger Personal mehr Leistung zu erbringen.

Der Gewinneinbruch ist Teil eines längerfristigen Abwärtstrends. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte BMW einen Gewinn von 4,0 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2024 waren es 5,7 Milliarden und 2023 sogar 6,6 Milliarden. Im Gesamtjahr 2022 lag der Gewinn aufgrund eines Sondereffekts bei über 13 Milliarden Euro – ein Wert, der jedoch nicht als Vergleichsmaßstab dient. Langfristig zeigt sich eine abnehmende Profitabilität, die auch die anderen deutschen Premiumhersteller betrifft.

Im Vergleich zu den Wettbewerbern steht BMW noch relativ gut da. Mercedes-Benz meldete für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 1,09 Milliarden Euro, Volkswagen erreichte 1,54 Milliarden Euro – allerdings bei deutlich höherer Größe. Dennoch: Die goldenen Zeiten der Automobilindustrie scheinen vorerst vorbei.

Hoffnung setzt BMW auf die Modellreihe «Neue Klasse», insbesondere das Elektro-SUV iX3. Dieses Fahrzeug wurde bereits mehr als 50.000 Mal produziert, und die Bestellungen nähern sich der Marke von 100.000. Eine schnelle Erholung des Geschäfts ist jedoch unwahrscheinlich. Die Restrukturierungskosten werden das zweite Halbjahr belasten, und der weltweite Automarkt bleibt angesichts vieler Unsicherheiten schwierig.