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Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal überraschend

Trotz Niedrigwasser am Rhein und Belastungen durch den Iran-Krieg ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Sommer um 0,2 Prozent gewachsen. Volkswirte und Institute erwarten für das Jahresende ein weiteres Plus.

Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer entgegen den Erwartungen zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnet hat. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung, der zuvor befürchtet worden war, blieb damit aus.

Belastet wurde die Konjunktur im Sommer durch mehrere Faktoren. Niedrige Pegelstände am Rhein bremsten die Binnenschifffahrt, Branchen wie die Chemie- und die Stahlindustrie litten darunter. Hinzu kamen die Folgen des Iran-Kriegs. Dennoch zeichnet sich nach Angaben der Statistiker zunehmend ein robustes Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ab.

Im Detail zeigt die Entwicklung ein gemischtes Bild. Die Konsumausgaben legten im dritten Quartal leicht zu, während die Investitionen den vorläufigen Erkenntnissen zufolge zurückgingen. Auch die Exporte von Waren »Made in Germany« entwickelten sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte schwächer. Das Bundesamt stellte fest, dass sich die in der ersten Jahreshälfte noch sehr dynamische Entwicklung der Exporte im dritten Quartal 2026 merklich abschwächte.

Bereits in den ersten beiden Quartalen war die Wirtschaft gewachsen, und zwar um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal. Das Niedrigwasser hatte die Erholung im Sommer etwas ins Stocken gebracht, ohne sie zu stoppen. Der zuvor befürchtete Rückgang der Wirtschaftsleistung blieb aus, obwohl niedrige Pegelstände die Binnenschifffahrt gebremst und Chemie und Stahl belastet hatten.

Für das laufende vierte Quartal rechnen Volkswirte mit einem deutlichen Plus. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich nach Angaben des Ifo-Instituts zuletzt weiter verbessert, und zwar bereits den sechsten Monat in Folge. Die Erwartungen, dass sich das Exportgeschäft belebt, sind nach jüngster Erhebung der Münchner Forscher so gut wie seit Beginn des Kriegs in der Ukraine im Februar 2022 nicht mehr.

Auch für das Gesamtjahr zeichnet sich eine Wende ab. Die Bundesregierung hob ihre Prognose an und rechnet mit 1,3 Prozent Wachstum. Das Ifo-Institut erwartet ein Plus von 1,4 Prozent. Damit würde eine jahrelange Flaute enden: Im Jahr 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt, in den beiden Jahren davor war die größte Volkswirtschaft Europas geschrumpft.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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