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Dienstag, 15. September 2026

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Digitaler Produktpass: Alle Produktinformationen in einem QR-Code

Digitaler Produktpass: QR-Code soll alle Produktinformationen bündeln

Der digitale Produktpass der EU soll Verbrauchern per QR-Code alle relevanten Informationen zu einem Produkt liefern. Während einige Unternehmen neue Nachhaltigkeitsregeln aus Brüssel kritisieren, sehen andere darin die Chance für eine direktere Kundenbeziehung.

Der digitale Produktpass der Europäischen Union soll es Verbrauchern ermöglichen, sämtliche relevanten Informationen zu einem Produkt über einen QR-Code abzurufen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das Instrument ist Teil der europäischen Bestrebungen, Nachhaltigkeitsanforderungen für Produkte transparenter und überprüfbarer zu machen. Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland verfolgen die Entwicklung mit unterschiedlichen Erwartungen.

Einige Firmen reagieren auf die wachsende Zahl von Nachhaltigkeitsregeln aus Brüssel mit Unmut. Sie sehen darin zusätzliche bürokratische Lasten und einen steigenden Dokumentationsaufwand. Andere Unternehmen bewerten den digitalen Produktpass dagegen als Chance. Sie erhoffen sich, über den QR-Code anders mit ihren Kunden zu interagieren als bisher und die Beziehung zu den Verbrauchern direkter zu gestalten.

Der digitale Produktpass soll Informationen zu einem Produkt an einer zentralen Stelle zusammenführen. Verbraucher könnten dann per Scan auf Angaben zugreifen, die heute oft über verschiedene Quellen verteilt sind. Für Hersteller und Händler bedeutet das, dass sie Daten zu ihren Waren strukturiert bereitstellen müssen. Die genaue Ausgestaltung und der Zeitplan sind noch nicht abschließend geklärt.

Für die Wirtschaft in der Schweiz und im grenznahen Raum ist die Entwicklung von Bedeutung, weil viele Unternehmen in internationale Lieferketten eingebunden sind. Wenn der digitale Produktpass verpflichtend wird, müssen sich Exporteure und Zulieferer auf neue Anforderungen einstellen. Besonders kleine und mittlere Betriebe könnten vor der Herausforderung stehen, die notwendigen Daten zu erfassen und technisch zugänglich zu machen.

Befürworter sehen in dem Instrument eine Möglichkeit, Nachhaltigkeitsversprechen überprüfbar zu machen und Greenwashing einzudämmen. Kritiker warnen dagegen vor einem wachsenden Regelwerk, das Innovationen bremsen könnte. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich Unternehmen in Europa auf die neuen Vorgaben reagieren.

Der digitale Produktpass weckt damit Phantasie auf beiden Seiten: bei Unternehmen, die neue Kundenbeziehungen aufbauen wollen, und bei jenen, die vor allem zusätzliche Belastungen sehen. Wie sich das Instrument in der Praxis durchsetzt, hängt von der konkreten Umsetzung und der Bereitschaft der Unternehmen ab, ihre Daten entsprechend aufzubereiten.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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