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Dienstag, 15. September 2026

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Arabische Emirate: Viel heiße Luft

Emirate sagen 40 Milliarden Euro zu, konkrete Projekte fehlen

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Ein Viertel davon soll nach Bayern fließen. Bislang gibt es jedoch kaum konkrete Zusagen – außer dem neuen Emirates-Flug zum BER.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben zugesagt, rund 40 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Bundeskanzler Friedrich Merz und der Staatspräsident der Emirate, Mohammed bin Sajid, vereinbarten bei einem Treffen in Berlin, die vor mehr als zwei Jahrzehnten gegründete strategische Partnerschaft neu zu beleben. Ein Viertel der Summe, also zehn Milliarden Euro, soll nach Bayern fließen. Das erklärte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

Doch bislang ist von den angekündigten Milliarden wenig Konkretes bekannt. Außer der Ankündigung, dass Emirates künftig auch den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) anfliegt, gibt es kaum fassbare Projekte. Die 40-Milliarden-Zusage klingt gut, doch es bleibt vorerst bei Absichtserklärungen. Ob und wann das Geld tatsächlich in Deutschland ankommt, ist offen.

Die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und den VAE besteht seit über zwei Jahrzehnten. Nun soll sie mit neuem Leben gefüllt werden. Die Emirate signalisieren Investitionsbereitschaft in großem Stil. Für Deutschland wäre das Kapital in Zeiten schwacher Konjunktur und knapper öffentlicher Kassen willkommen. Doch die Ankündigung allein schafft noch keine Arbeitsplätze oder Wachstumsimpulse.

Besonders im Fokus steht Bayern. Zehn Milliarden Euro sollen in den Freistaat fließen. Ministerpräsident Söder hatte die Zahl öffentlich gemacht. Wofür das Geld genau verwendet werden soll, ist jedoch nicht bekannt. Denkbar wären Investitionen in Infrastruktur, Technologie oder Energie. Konkrete Vereinbarungen mit Unternehmen oder staatlichen Stellen wurden bislang nicht genannt.

Ein greifbares Ergebnis des Besuchs ist die neue Flugverbindung: Emirates wird künftig auch den BER anfliegen. Das erweitert das Angebot für Reisende und könnte den Standort Berlin als Drehkreuz stärken. Ob dies jedoch im Zusammenhang mit den 40 Milliarden Euro steht, ist unklar. Die Airline gehört zur Emirates Group, die wiederum dem Herrscherhaus von Dubai nahesteht.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der Deutschland um ausländische Investitionen wirbt. Die Wirtschaft stagniert, die Regierung sucht nach Wegen, Wachstum zu fördern. Investitionen aus den Golfstaaten könnten ein Baustein sein. Allerdings sind solche Zusagen oft unverbindlich. In der Vergangenheit wurden ähnliche Milliardenversprechen gemacht, ohne dass sie vollständig eingelöst wurden.

Für die Leserinnen und Leser bleibt vorerst unklar, welche Projekte tatsächlich realisiert werden. Die Bundesregierung hat keine Details veröffentlicht. Auch aus den Emiraten gibt es keine weiteren Informationen. Es bleibt abzuwarten, ob die 40 Milliarden Euro mehr sind als heiße Luft.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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