Gasspeicher-Betreiber fordern staatliche Vergünstigungen
Die deutschen Gasspeicher sind nur zu gut 53 Prozent gefüllt. Die Betreiber warnen vor einem Mangel und fordern von der Politik Maßnahmen zur Kostenentlastung, um die Speicher für den Winter ausreichend befüllen zu können.
Die Betreiber der deutschen Gasspeicher schlagen Alarm: Die Reserven sind im Schnitt nur zu gut 53 Prozent gefüllt, wie der Branchenverband mitteilte. Angesichts dieser vergleichsweise niedrigen Füllstände warnen die Unternehmen vor einem möglichen Mangel in den kommenden Monaten und fordern von der Politik spürbare Vergünstigungen, um die Speicher rechtzeitig für die kalte Jahreszeit aufzufüllen.
Hintergrund der Forderung sind die hohen Kosten, die beim Einkauf und der Einlagerung von Gas anfallen. Die Betreiber argumentieren, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zuletzt deutlich verschlechtert hätten. Ohne staatliche Unterstützung, etwa bei den Netzentgelten oder anderen Abgaben, sei es für viele Unternehmen kaum noch rentabel, die Speicher weiter zu befüllen. Dies gefährde letztlich die Versorgungssicherheit in Deutschland.
Der aktuelle Füllstand von rund 53 Prozent liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit. Üblicherweise streben die Betreiber an, die Speicher bis zum Beginn der Heizperiode nahezu vollständig zu befüllen, um Engpässe bei kalten Temperaturen zu vermeiden. Die nun vorgelegten Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass dieses Ziel in diesem Jahr möglicherweise nicht erreicht werden kann, sollte sich die Lage nicht bald verbessern.
Die Diskussion über die Gasspeicherführung gewinnt vor dem Hintergrund der angespannten Energiemärkte in Europa an Bedeutung. Deutschland ist bei der Gasversorgung weiterhin auf Importe angewiesen, und die Speicher gelten als zentraler Puffer, um Schwankungen bei den Lieferungen auszugleichen. Ein zu niedriger Füllstand könnte nicht nur die Preise für Verbraucher und Industrie in die Höhe treiben, sondern auch die strategische Reserve des Landes schwächen.
Der Verband der Betreiber fordert die Bundesregierung nun auf, schnell zu handeln. Konkret schlagen die Unternehmen vor, die Kosten für die Speicherung zu senken und Anreize für eine rasche Befüllung zu schaffen. Ohne ein solches Signal aus der Politik, so die Warnung, drohe ein Wettlauf gegen die Zeit, dessen Ausgang im Zweifel die Verbraucher an der Zapfsäule und bei der Heizkostenabrechnung zu spüren bekämen.




