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Wirtschaft

Selenskyj sichert Patriot-Produktion zu und Irland liefert weiter Aluminium nach Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem Besuch in Washington Zusagen für eine gemeinsame Produktion von Patriot-Abfangraketen mit Lockheed Martin erhalten. Gleichzeitig hält Irland an Aluminiumlieferungen des russischen Staatskonzerns Rusal fest, die nicht unter EU-Sanktionen fallen.

Selenskyj sichert Patriot-Produktion zu und Irland liefert weiter Aluminium nach Russland
Ukraine-News: Selenskyj erhält offenbar wichtige Patriot-Zusagen
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem Besuch in Washington wichtige Zusagen für die Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen erhalten. Nach eigenen Angaben traf er sich mit Vertretern des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, der unter anderem die Patriot-Systeme herstellt. Bei dem Treffen sei ein noch stärkeres Wachstum der Zusammenarbeit besprochen worden, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine zuvor in Aussicht gestellt, die Raketen in Lizenz selbst zu produzieren. Damit öffnet sich ein neues Kapitel in der wirtschaftlichen und militärischen Kooperation zwischen beiden Ländern.

Selenskyj sprach von konkreten Lösungen, um so schnell wie möglich zur gemeinsamen Produktion überzugehen. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine von entscheidender Bedeutung, da sie als einziges Waffensystem in der Lage sind, russische ballistische Raketen abzufangen. Allerdings sind die vorhandenen Bestände an Abfangraketen knapp, und die Produktion gilt als technisch anspruchsvoll. Wann die Fertigung in der Ukraine beginnen kann, ist noch unklar. Das Land arbeitet zudem an einem eigenen Abfangsystem, das frühestens im kommenden Jahr einsatzbereit sein soll. Die Gespräche in Washington signalisieren aber einen wichtigen industriepolitischen Schritt: Die Ukraine will nicht länger nur auf Lieferungen angewiesen sein, sondern selbst strategische Verteidigungstechnologie fertigen.

Parallel zu den Rüstungsdeals zeigt ein anderer Fall die komplexen wirtschaftlichen Verflechtungen mit Russland. Der irische Regierungschef Micheál Martin lehnt es weiterhin ab, die Aluminium-Raffinerie des russischen Staatsunternehmens Rusal in Irland unter EU-Sanktionen zu stellen. Bei einem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Dublin sagte Martin, Aluminium stehe nicht auf der Sanktionsliste. Die Raffinerie beliefert auch Fabriken in der EU, etwa im französischen Dünkirchen. Merz erklärte, man werde über das russische Werk reden. Der Fall zeigt eine Lücke in den EU-Sanktionen: Während viele Güter aus Russland embargo sind, bleibt Aluminium als strategischer Rohstoff weiterhin handelbar. Die irische Regierung argumentiert mit Arbeitsplätzen und europäischen Lieferketten, während Kritiker darauf hinweisen, dass Russland durch solche Geschäfte weiter Einnahmen für seinen Krieg gegen die Ukraine erzielt.

Die Ukraine selbst warnte unterdessen den Iran vor einer Eskalation nach einem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer. Außenminister Andrij Sybiha räumte ein, dass die Ukraine ein ziviles Schiff angegriffen und dabei einen iranischen Staatsangehörigen getötet hat. In einem Telefonat mit seinem Teheraner Kollegen Abbas Araghtschi betonte Sybiha, es gehe Kiew nur um Selbstverteidigung gegen die russische Aggression. Er forderte den Iran auf, auf eskalierende Schritte zu verzichten und die Unterstützung für Russland einzustellen. Der Iran hatte den Angriff scharf verurteilt und mit Vergeltung gedroht. Der Vorfall könnte Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen haben, da der Iran ein wichtiger Akteur im Kaspischen Raum ist.

Selenskyj zeigte sich nach seinem Gespräch mit Trump zufrieden. Es sei ein gutes Treffen gewesen, erklärte er auf X. Neben den Patriot-Lizenzen sei auch der diplomatische Prozess für ein Ende des Krieges thematisiert worden. Die Friedensbemühungen müssten wiederbelebt werden. Selenskyj dankte den USA für ihre entschlossene Unterstützung. An dem Treffen im Oval Office nahmen auch die Außen- und Verteidigungsminister beider Länder teil. Die konkreten Vereinbarungen wurden nicht öffentlich genannt, die Kommunikation solle jedoch fortgesetzt werden.

Die Entwicklungen in Washington und Dublin zeigen die wirtschaftliche Dimension des Ukraine-Krieges. Während die USA und die Ukraine ihre Rüstungsproduktion enger verzahnen, nutzen andere EU-Staaten wie Irland weiterhin wirtschaftliche Beziehungen zu Russland. Der Streit um das Aluminiumwerk könnte zum Testfall für die Geschlossenheit der EU-Sanktionspolitik werden. Deutschland hat angekündigt, das Thema aufzugreifen. Die Ukraine setzt derweil auf eigene Produktionskapazitäten, um langfristig unabhängiger von ausländischen Lieferungen zu werden.