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Wirtschaft

Sozialausgaben in Deutschland steigen auf fast ein Drittel der Wirtschaftsleistung

Die Sozialausgaben in Deutschland sind im vergangenen Jahr auf rund 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen. Insgesamt gab der Staat mehr als 1,4 Billionen Euro für Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitslosigkeit aus. Einziger Posten mit Rückgang war das Bürgergeld.

Sozialausgaben in Deutschland steigen auf fast ein Drittel der Wirtschaftsleistung
Sozialbudget: Sozialausgaben steigen auf ein Drittel der Wirtschaftskraft
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Die Sozialausgaben in Deutschland haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht und machen nun fast ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung aus. Nach einem Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Sozialbudget 2025 stiegen die Ausgaben für Rente, Gesundheit, Pflege und ähnliche Leistungen auf rund 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das entspricht einer Summe von mehr als 1,4 Billionen Euro, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte zuerst darüber berichtet.

Der Anteil der Sozialleistungen am BIP stieg damit um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf rund 1.431 Milliarden Euro. Den größten Posten bildeten mit etwa 36 Prozent die gesetzlichen Renten, Pensionen, Betriebsrenten sowie Pflege- und ähnliche Leistungen. Die medizinische Versorgung inklusive Krankenhäuser und Entgeltfortzahlung folgte mit einem Anteil von 34 Prozent. Die Ausgaben in allen Sozialversicherungssystemen legten zu: Die gesetzliche Krankenversicherung verzeichnete ein Plus von 7,7 Prozent, die Pflegeversicherung von 11,2 Prozent und die Rentenversicherung von 5,8 Prozent.

Besonders stark fiel der Anstieg in der Arbeitslosenversicherung aus, wo die Ausgaben um 15,7 Prozent zulegten. Die Bundesregierung führt dies auf weiter gestiegene Aufwendungen für Arbeitslosengeld zurück. Einziger Lichtblick war die Entwicklung beim Bürgergeld: Die Ausgaben für die Grundsicherung sanken um 1,2 Prozent. Das Sozialministerium begründet diesen Rückgang unter anderem damit, dass die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsbeziehenden seit Anfang 2025 um 91.000 Personen zurückgegangen sei. Damit erhalten weniger Menschen, die potenziell arbeiten könnten, Bürgergeld.

Die steigende Sozialleistungsquote ist auch auf das schwache Wirtschaftswachstum zurückzuführen. Während die Sozialausgaben nominal um 5,7 Prozent zunahmen, wuchs die Wirtschaft nominal lediglich um 3,3 Prozent. Real, also preisbereinigt, betrug das Wirtschaftswachstum sogar nur 0,2 Prozent. Die Finanzierung der Sozialleistungen erfolgt weiterhin zu rund zwei Dritteln aus Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber sowie zu einem Drittel aus staatlichen Zuschüssen. Die Bundesregierung erwartet, dass die Ausgaben auch in den kommenden Jahren aufgrund der alternden Bevölkerung und des steigenden Bedarfs an Pflegeleistungen weiter zunehmen werden.

Der Anstieg der Sozialausgaben auf ein Drittel der Wirtschaftskraft unterstreicht die wachsende Bedeutung des Sozialstaats in Deutschland. Gleichzeitig zeigt der Rückgang beim Bürgergeld, dass die Arbeitsmarktpolitik erste Erfolge verzeichnet. Allerdings bleibt die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme angesichts der demografischen Entwicklung eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre. Die Koalition plant daher, die Beitragssätze zur Renten- und Pflegeversicherung mittelfristig stabil zu halten, während gleichzeitig die Effizienz der Ausgaben gesteigert werden soll.