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Wirtschaft

Ukrainischer Milchbetrieb nach russischem Drohnenangriff geschlossen

Ein Milchbetrieb in der Region Charkiw muss nach einem erneuten russischen Drohnenangriff seinen Betrieb einstellen. Auch die deutsche Handelskette Metro schließt vorübergehend ein Großhandelsgeschäft in Saporischschja. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges werden immer deutlicher.

Ukrainischer Milchbetrieb nach russischem Drohnenangriff geschlossen
Ukraine-News: Klitschko meldet Angriffe auf Kiew
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Ein Milchbetrieb in der Stadt Bohoduchiw in der Region Charkiw ist nach einem russischen Drohnenangriff zur Schließung gezwungen. Wie der Betriebsleiter Dmytro Muraschkin gegenüber der Nachrichtenagentur RBC-Ukraine erklärte, seien die Schäden an den Produktionsanlagen so massiv, dass eine Weiterführung des Betriebs unmöglich sei. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, doch die Zerstörung der Infrastruktur ist nach Angaben von Muraschkin endgültig. Die Russen hätten den Betrieb mehrfach ins Visier genommen, diesmal hätten sie ihr Ziel erreicht. Auf Bildern der Fabrik sind großflächige Schäden und Brandspuren zu erkennen.

Nicht nur die lokale Landwirtschaft leidet unter den ständigen Angriffen. Die deutsche Handelskette Metro gab am Mittwoch bekannt, ein Großhandelsgeschäft im südukrainischen Saporischschja vorübergehend zu schließen. Auch dort hätten wiederholte russische Angriffe den Betrieb unmöglich gemacht. Der Schritt zeigt, wie der Krieg zunehmend auch die zivile Wirtschaft in der Ukraine trifft. Ein ukrainischer Branchendienst registrierte allein zwischen April und Anfang Juli mehr als 140 russische Drohnenangriffe auf Tankstellen, bei denen immer wieder Zivilisten ums Leben kommen.

Die Ukraine ihrerseits setzt gezielt auf Angriffe auf russische Wirtschaftsziele. Zuletzt attackierte die ukrainische Armee ein großes Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries in der Stadt Rjasan sowie eine Raffinerie in Perm. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe und erklärte, es handele sich um Ziele, die Russland für die Verlängerung seines Krieges nutze. «Moskau muss die Kosten seiner Kriegsführung jeden Tag spüren», sagte Selenskyj. «Wir müssen den Aggressor schwächen und weiter Druck ausüben, um diesen Krieg zu einem Ende zu bringen.» Wildberries selbst teilte mit, dass das Logistikzentrum evakuiert und der Handel eingestellt worden sei.

Die strategischen Angriffe auf die russische Infrastruktur sind Teil einer ukrainischen Kampagne, die darauf abzielt, die wirtschaftliche Basis des Krieges zu untergraben. Seit diesem Monat attackiert die Ukraine mehrfach Logistikzentren von Wildberries. Selenskyj wirft dem Unternehmen vor, mit kriegswichtigen Komponenten zu handeln. Auch Schnellboote der russischen Schwarzmeerflotte auf der besetzten Krim seien getroffen worden, teilte der Präsident weiter mit. Experten vermuten, dass die Ukraine mit diesen Angriffen auch den Widerstand der russischen Bevölkerung gegen den Krieg schüren will.

Währenddessen setzt Russland seine Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fort. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete in der Nacht zum Donnerstag von Raketentrümmern, die mehrere Gebäude in Brand gesetzt hätten. Präsident Selenskyj warnte zeitgleich vor einem unmittelbar bevorstehenden neuen schweren russischen Angriff aus der Luft. Der ukrainische Luftwaffenchef Anatolij Krywonoschko habe entsprechende Hinweise geliefert. Zudem verlor die Ukraine einen der wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16, der an der Front russische Luftangriffe abfangen sollte.

Auf der russischen Seite sorgte ein Angriff auf einen Drohnenhersteller für Aufsehen. Der Geschäftsführer Andrej Tscheresow wurde in Tula, rund 200 Kilometer südlich von Moskau, auf dem Heimweg von der Arbeit von einem unbekannten Schützen niedergeschossen und verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes. Derweil macht der US-Senat den Weg für schärfere Sanktionen gegen die russische Energiewirtschaft frei. In einer ersten Verfahrensabstimmung votierten die Senatoren mit 86 zu zwölf Stimmen für das entsprechende Gesetz. Die wirtschaftlichen Verflechtungen des Krieges werden damit immer stärker zum Ziel internationaler Maßnahmen.