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Wirtschaft

Venedigs Eintrittsgebühr spült mehr als fünf Millionen Euro in die Kasse

Venedig hat mit seiner weltweit einmaligen Eintrittsgebühr für Tagesbesucher in diesem Jahr über fünf Millionen Euro eingenommen. Der neue Bürgermeister erwägt, den Preis an Spitzentagen auf bis zu 50 Euro zu erhöhen.

Venedigs Eintrittsgebühr spült mehr als fünf Millionen Euro in die Kasse
Tourismus: Venedig kassiert mehr als fünf Millionen Euro Eintritt
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Die Lagunenstadt Venedig hat mit ihrem Eintrittsgeld für Kurzbesucher in diesem Jahr Einnahmen von mehr als fünf Millionen Euro erzielt. Nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison am Wochenende meldete die Stadtverwaltung über 650.000 zahlende Tagesgäste. Die Gebühr betrug in der Regel zehn Euro, bei frühzeitiger Buchung online waren es fünf Euro. Das System, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, befindet sich offiziell noch in einer Testphase, doch kaum jemand zweifelt daran, dass es auf Dauer bestehen bleibt.

Die Einnahmen bewegen sich auf Rekordniveau. Im vergangenen Jahr nahm Venedig 5,4 Millionen Euro ein, im Jahr davor waren es 2,2 Millionen Euro. Die genauen Zahlen für dieses Jahr sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Seit dem Osterwochenende Anfang April mussten Tagesbesucher an insgesamt 60 Terminen Eintritt zahlen – unabhängig davon, wie lange sie sich in der Stadt mit ihren mehr als 150 Kanälen aufhielten. Die Bezahlung erfolgt per QR-Code auf dem Handy. Wer ohne gültigen Code erwischt wird, muss mindestens 60 Euro Strafe zahlen. Dennoch gelingt es vielen, sich um die Gebühr herumzumogeln.

Übernachtungsgäste sind von der Eintrittsgebühr ausgenommen, sie zahlen stattdessen eine Kurtaxe. Auch bestimmte Gruppen wie etwa Einwohner Venedigs sind befreit. Für den Rest des Jahres können Besucher nun wieder kostenlos in die Stadt. Im nächsten Jahr soll das System vermutlich erneut starten, wieder am Osterwochenende. Venedigs neuer Bürgermeister Simone Venturini hat bereits angedeutet, dass es deutlich teurer werden könnte. Der Mitte-Rechts-Politiker schlug vor, an besonders überlaufenen Tagen zwischen 30 und 50 Euro zu verlangen. Allerdings liegt die Entscheidung nicht allein bei der Stadt; auch die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom müsste zustimmen.

Gegen einen massiv erhöhten Eintritt gibt es verfassungsrechtliche Bedenken. Experten weisen darauf hin, dass eine Gebühr von 50 Euro als Einschränkung der Bewegungsfreiheit interpretiert werden könnte. Venedig hatte 2024 als erste Stadt weltweit damit begonnen, Eintritt für einen Besuch zu verlangen – wie in einem Museum. Kritiker wenden ein, dass die Gebühr kaum jemanden abschrecke. Die Besucherzahlen seien bislang nicht zurückgegangen.

Venedig leidet schwer unter dem Massentourismus, obwohl die Stadt auch viel Geld damit verdient. Die Altstadt zählt heute weniger als 50.000 Einwohner, während jedes Jahr schätzungsweise mehr als 25 Millionen Touristen kommen – die meisten von ihnen nur für ein paar Stunden. Die Zahl der Hotelbetten übersteigt inzwischen die der Einwohner. Die Belastung zeigt sich am Zustand vieler Häuser, an Bergen von Müll und an den hohen Preisen: Eine Fahrt mit dem Vaporetto kostet 9,50 Euro, eine halbe Stunde Gondelfahrt mindestens 90 Euro. Die Eintrittsgebühr soll helfen, den Ansturm zu steuern und zusätzliche Einnahmen für die Instandhaltung der Stadt zu generieren.