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Wirtschaft

Volkswagen verzeichnet Gewinneinbruch um ein Drittel im zweiten Quartal

Der Volkswagen-Konzern meldet für das zweite Quartal einen Gewinnrückgang um fast ein Drittel. Europas größter Autobauer steht unter Druck durch schwächere Nachfrage, hohe Kosten und den Transformationsprozess hin zur Elektromobilität.

Volkswagen verzeichnet Gewinneinbruch um ein Drittel im zweiten Quartal
Volkswagen meldet Gewinneinbruch um ein Drittel im zweiten Quartal
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Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Das operative Ergebnis des Wolfsburger Autobauers sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel. Damit bestätigt sich der anhaltende Druck auf die Margen des größten europäischen Automobilherstellers, der mit einer schwächeren Nachfrage, gestiegenen Kosten und den Herausforderungen der Elektromobilität kämpft.

Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen zunächst nicht, doch Analysten rechnen mit einem operativen Gewinn von rund 3,5 Milliarden Euro nach 5,1 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Der Rückgang um etwa 30 Prozent spiegelt die schwierige Marktlage wider. Besonders in China, dem wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns, leidet Volkswagen unter der wachsenden Konkurrenz einheimischer Hersteller wie BYD, die mit günstigen Elektroautos Marktanteile gewinnen. Auch in Europa und Nordamerika zeigt sich die Nachfrage nach Neufahrzeugen verhalten, was auf die allgemeine Konjunkturschwäche und die Unsicherheit über die Zukunft des Verbrennungsmotors zurückzuführen ist.

Der Gewinneinbruch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen massiv in die Elektrifizierung seiner Modellpalette investiert. Der Konzern hat angekündigt, bis 2028 mehr als 180 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Elektrofahrzeuge, Batterietechnologie und Digitalisierung zu stecken. Diese Investitionen belasten kurzfristig die Bilanz, während die Erlöse aus dem Verkauf von Verbrennerfahrzeugen rückläufig sind. Hinzu kommen steigende Rohstoffpreise, höhere Lohnkosten und die Kosten für den Aufbau eigener Batteriefabriken. Die Rendite im Kerngeschäft der Marke Volkswagen Pkw ist zuletzt auf unter drei Prozent gefallen, weit entfernt vom langfristigen Ziel von sechs bis acht Prozent.

Die Ankündigung des Gewinneinbruchs löste an den Finanzmärkten Reaktionen aus. Die Aktie von Volkswagen verlor am Tag der Bekanntgabe zeitweise mehr als vier Prozent an Wert. Analysten mehrerer Großbanken senkten ihre Kursziele für die Vorzugsaktie und verwiesen auf die anhaltenden strukturellen Probleme des Konzerns. Besonders kritisch wird die hohe Kostenbasis in den deutschen Werken gesehen, die im internationalen Vergleich weniger wettbewerbsfähig ist. Der Konzern hat ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem den Abbau von Arbeitsplätzen in der Verwaltung und die Straffung der Modellpalette vorsieht. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2029 ausgeschlossen, doch die Diskussionen mit dem Betriebsrat über weitere Einsparungen laufen.

Hintergrund der schwierigen Lage ist auch der verschärfte Wettbewerb auf dem globalen Automobilmarkt. Chinesische Hersteller drängen mit aggressiven Preisen und moderner Technik in Europa und andere Regionen. Volkswagen versucht, mit eigenen günstigen Elektromodellen wie dem ID.2, der ab 2027 zu Preisen unter 25.000 Euro auf den Markt kommen soll, gegenzusteuern. Zudem setzt der Konzern auf Partnerschaften, etwa mit dem US-Elektroautobauer Rivian, um bei Software und Plattformen schneller voranzukommen. Die Kooperation mit Rivian soll helfen, die Entwicklungskosten zu teilen und die Markteinführung neuer Modelle zu beschleunigen.

Die Gewinnwarnung von Volkswagen reiht sich ein in eine Serie von Negativmeldungen aus der deutschen Automobilindustrie. Auch andere Hersteller wie BMW und Mercedes-Benz haben zuletzt von rückläufigen Ergebnissen berichtet. Die Branche steht vor der größten Transformation ihrer Geschichte: dem Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb, der Digitalisierung der Fahrzeuge und der Neuordnung globaler Lieferketten. Volkswagen hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 soll der Anteil der Elektroautos am weltweiten Absatz auf 50 Prozent steigen. Ob dies bei den aktuellen Margen und der schwachen Nachfrage gelingt, bleibt abzuwarten.

Der Konzern will am 31. Juli die vollständigen Quartalszahlen vorlegen. Dann werden auch Details zu den einzelnen Marken wie Audi, Škoda, Seat und Porsche erwartet. Besonders die Tochter Porsche, die lange als Renditeperle galt, steht unter Druck, da die Nachfrage nach teuren Sportwagen und SUVs in China nachlässt. Volkswagen-Chef Oliver Blume, der zugleich Porsche-Chef ist, steht vor der Herausforderung, den Konzern durch die Krise zu steuern, ohne die langfristige Strategie aus den Augen zu verlieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern.