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Sonntag, 20. September 2026

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Rock am Ring und Rock im Park: Veranstalter nennt Kosten als größte Herausforderung

Steigende Künstlergagen, Wetterextreme und Kritik nach dem diesjährigen Festival fordern die Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park. Veranstalter Matt Schwarz will in Line-up, Infrastruktur und Nachhaltigkeit investieren und den Charakter der Festivals langfristig erhalten.

Die steigende Kostendynamik in der Live-Branche ist nach Einschätzung des Veranstalters die größte Herausforderung für die Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park. Besonders die Gagen internationaler Top-Acts seien in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, sagte Matt Schwarz, Geschäftsführer von PRK Dreamhaus und Veranstalter der beiden Festivals in Rheinland-Pfalz und Bayern. Viele große Künstler setzten zudem verstärkt auf eigene Stadion- und Arena-Tourneen, was das Festival-Booking anspruchsvoller und kostspieliger mache.

Trotz dieser Entwicklung will der Veranstalter weiter in Line-up, Produktion, Infrastruktur und Service investieren. Zugleich müsse auf ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet werden. «Unser Maßstab ist simpel: Am Sonntagabend sollen unsere Gäste sagen, dieses Wochenende war jeden Euro wert», sagte Schwarz. Die Kritik an Besucherzahlen, Sanitäranlagen und Ticketpreisen nach dem diesjährigen Festival nehme man ernst. Nach jedem Festival würden Feedback, Besucherströme und Abläufe analysiert. Bei rund 90.000 Menschen könnten sich Wege zu bestimmten Zeiten füllen und Sanitärbereiche stark ausgelastet sein. Solche Punkte wolle man gezielt angehen.

«Unsere Gäste investieren viel Geld und drei Tage ihrer Zeit in Rock am Ring», sagte Schwarz. «Dafür müssen wir ihnen ein außergewöhnlich gutes Wochenende bieten. An diesem Anspruch lassen wir uns messen.» Neben den Kosten stellen auch zunehmende Wetterextreme die Veranstalter vor Herausforderungen. Man bereite sich mit Wettermonitoring, Sicherheitskonzepten und Infrastruktur vor und arbeite eng mit Meteorologen, Behörden und Sicherheitsdiensten zusammen. Der Nürburgring biete dabei einen Vorteil, weil ein erheblicher Teil des Infields befestigt sei. Schwieriger seien extreme Wetterlagen auf den teilweise unbefestigten Campingflächen.

«Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Aber wir können sehr viel dafür tun, darauf bestmöglich vorbereitet zu sein», sagte Schwarz. Trotz des Klimawandels sieht der Veranstalter derzeit keinen Grund, den angestammten Termin grundsätzlich infrage zu stellen. Das erste Juniwochenende gehöre seit Jahrzehnten zu Rock am Ring und biete weiterhin gute Voraussetzungen. «Diesen Termin wollen wir auch langfristig erfolgreich gestalten», sagte Schwarz. Nachhaltigkeit spiele bei der Weiterentwicklung des Festivals ebenfalls eine Rolle. In wesentlichen Bereichen werde Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt, zudem würden Mehrwegsysteme sowie Mobilitäts- und Abfallkonzepte weiterentwickelt.

Livestreams und neue Technologien sieht Schwarz nicht als Konkurrenz zum Festival. Rock am Ring werde jedes Jahr live übertragen und erreiche Millionen Menschen zu Hause. Für manche sei das der Erstkontakt mit dem Festival und könne die Lust auf einen Besuch steigern. «Einen Livestream kann man sehen. Ein Festival muss man erleben», sagte Schwarz. Entscheidend seien auch das Treffen mit Freunden und die Atmosphäre vor Ort. Neue Technologien könnten das Erlebnis bereichern, aber nicht ersetzen. In fünf oder zehn Jahren solle Rock am Ring nach Vorstellung des Veranstalters weiterentwickelt sein, aber seinen Charakter behalten. Von einem «Rahmen für ein geordnetes Chaos» sprach Schwarz. «Der Spirit dieses Festivals muss bleiben: laut, offen, gemeinschaftlich und ein bisschen unberechenbar.»

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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