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Sieben Menschen in Deutschland mit dem West-Nil-Virus angesteckt

In diesem Jahr haben sich in Deutschland sieben Menschen lokal mit dem West-Nil-Virus infiziert. Das Robert Koch-Institut verzeichnet zudem zehn weitere Infektionen, die im Ausland erfolgten.

In Deutschland haben sich in diesem Jahr sieben Menschen lokal mit dem West-Nil-Virus infiziert. Wie eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, stammen die Fälle aus mehreren Bundesländern: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Betroffenen sind zwischen 28 und 83 Jahre alt und haben sich nach Einschätzung des Instituts wahrscheinlich in ihren Wohnorten angesteckt. Die Zahlen bilden den Stand vom 26. Oktober ab.

Darüber hinaus wurden in diesem Jahr zehn weitere Infektionen bei Menschen in Deutschland registriert, die sich den Angaben zufolge im Ausland angesteckt haben. Todesfälle durch das Virus gab es hierzulande laut RKI in diesem Jahr nicht. Damit bleibt die Lage in Deutschland, gemessen an den bislang gemeldeten Zahlen, deutlich weniger dramatisch als in den südeuropäischen Ländern.

Das West-Nil-Virus wird nach Angaben des RKI hauptsächlich von Stechmücken übertragen, die sich zuvor an wildlebenden Vögeln infiziert haben. Die Mücken können das Virus aber auch auf Menschen und andere Säugetiere übertragen. Über Zugvögel gelangte der Erreger aus den Tropen in Gebiete am Mittelmeer und schließlich nach Europa. Als Hauptüberträger gelten in Deutschland die heimischen Culex-Mücken.

Im Spätsommer 2019 wurden dem RKI zufolge erstmals durch heimische Mücken übertragene West-Nil-Virus-Infektionen in Ostdeutschland bekannt, insgesamt waren es damals fünf. In den folgenden Jahren wurden in den Sommer- und Herbstmonaten immer wieder Infektionen in Deutschland gemeldet. Experten gehen davon aus, dass die Fallzahlen im Zuge des Klimawandels steigen werden, weil sich die Lebensbedingungen für die Mücken verbessern.

Auch in Europa gibt es in diesem Jahr deutlich mehr lokale Fälle als in den meisten vergangenen Gesamtjahren. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden bis zum 23. Oktober 1.965 Fälle gemeldet. Mit 770 Fällen ist Italien am stärksten betroffen, gefolgt von Griechenland mit 457, Frankreich mit 173, Spanien mit 145 und Rumänien mit 125 Fällen. Bis zum 7. Oktober meldete die Behörde insgesamt 130 Todesfälle.

Die meisten Infektionen verlaufen nach Angaben des RKI unauffällig. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln ein West-Nil-Fieber, eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die drei bis sechs Tage dauern kann. Sie beginnt abrupt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und geschwollenen Lymphknoten. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer an einer neuroinvasiven Form, meist an einer gutartigen Hirnhautentzündung. Etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten mit einer neuroinvasiven Erkrankung sterben den Angaben zufolge. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen und Patienten mit einer kardiovaskulären Vorerkrankung.

Die Zahlen zeigen, dass das Virus auch in Deutschland angekommen ist und sich dauerhaft etablieren könnte. Wer Symptome nach einem Mückenstich bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen, insbesondere wenn Fieber oder neurologische Beschwerden auftreten.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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