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El Salvador entsendet über 2.000 Soldaten nach Haiti gegen Bandenkriminalität

Im Kampf gegen die Banden in Haiti ist der mutmaßliche Anführer der Gruppe Nan-Boston bei einem Angriff in Port-au-Prince getötet worden. Beteiligt ist auch ein Kontingent aus El Salvador mit über 2.000 Soldaten, dessen Einsatzregeln und Befehlsketten offen sind.

Im haitianischen Port-au-Prince ist der Bandenführer Mathias Saintil getötet worden. Er stand an der Spitze der Gruppe Nan-Boston und starb am Freitag an den Folgen eines Drohnenangriffs. Die Behörden bestätigten den Tod, nachdem ein haitianisches Menschenrechtsnetzwerk die Nachricht verbreitet hatte, auf die sich auch die Nachrichtenagentur Reuters berief.

Der Angriff fügt sich in eine verschärfte Sicherheitskampagne ein, in der auch Soldaten aus El Salvador eine zentrale Rolle spielen. Mehr als 2.000 salvadorianische Soldaten sind Teil dieses Einsatzes. Präsident Nayib Bukele hatte die Mission zunächst als Rettungsaktion dargestellt, inzwischen spricht er offen vom Kampf gegen die Banden. Die Regierung Haitis hat die Entsendung gebilligt. Ende Oktober waren die ersten salvadorianischen Truppen in das Land gekommen, nachdem am 18. Oktober vier Soldaten verschwunden waren.

Wer den tödlichen Angriff auf Saintil ausgeführt hat, ist umstritten. Während haitianische Polizeikräfte als Urheber genannt werden, verweisen andere Berichte auf eine sogenannte Taskforce des US-Unternehmers Erik Prince. Prince führt die private US-Firma Vectus Global. Eine unabhängige Bestätigung für eine der beiden Darstellungen liegt bislang nicht vor.

Die Lage in Haiti ist seit Jahren angespannt. Seit der Ermordung des Präsidenten im Jahr 2021 kontrollieren Banden große Teile von Port-au-Prince. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind durch die Krise vertrieben worden. Dieser Hintergrund prägt die Erwartungen an die internationale Hilfe, die bislang nur begrenzt Wirkung zeigt.

Umstritten ist vor allem der rechtliche Rahmen des salvadorianischen Einsatzes. Die Vereinten Nationen stellten fest, dass die meisten salvadorianischen Kräfte außerhalb des Mandats der internationalen Sicherheitsunterstützung (GSF) operieren. Unklar bleiben die Dauer des Einsatzes, die Befehlskette sowie die Einsatzregeln. Auch Untersuchungen möglicher Misshandlungen sind nicht öffentlich bekannt.

Der Einsatz findet zudem in einem Geflecht mehrerer, sich überlagernder Kräfte statt. Dazu zählen haitianische Polizei und Armee, die GSF, die Taskforce von Vectus Global sowie Bürgerwehren. Der Militärexperte Romain Le Cour warnt vor einer unklaren Kommandostruktur, die das Risiko für Zivilisten erhöht. Eine Exilgruppe aus der haitianischen Diaspora wirft den Kräften zudem rechtswidrige Luftangriffe vor. Diese Vorwürfe sind bislang nicht überprüft.

Kritik kommt auch aus der Menschenrechtsszene mit Blick auf Bukeles Vorgehen im eigenen Land. Seit 2022 hat die salvadorianische Regierung im Rahmen eines harten Durchgreifens rund zwei Prozent der Bevölkerung inhaftiert. Menschenrechtler bemängeln dabei fehlende rechtsstaatliche Verfahren. Nach Berichten unterstützten die Vereinigten Staaten den Einsatz mit mindestens einem Transportflug. US-Präsident Donald Trump stellt sich hinter Bukele.

Die Bande 400 Mawozo hat unterdessen die Vereinten Nationen um Frieden gebeten. Experten weisen darauf hin, dass militärische Gewalt allein die Bandennetzwerke kaum zerschlagen kann. Ob der Einsatz aus El Salvador zu mehr Sicherheit führt oder neue Gewalt auslöst, wird sich daran entscheiden, wie transparent und rechtlich abgesichert er geführt wird.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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