Hacker stören Warn-Apps in der Ukraine und in Russland
In der Ukraine wurde über die Warn-App Air Alert fälschlicherweise vor radioaktiver Strahlung in Kiew gewarnt. Die Behörden sprechen von einem Hackerangriff, kurz darauf meldete auch Moskau einen massiven Cyberangriff auf eine russische Notfall-App.
Nach Angaben der ukrainischen Behörden sind Warn-Apps in der Ukraine gehackt worden. Über die App Air Alert wurden Menschen in Kiew fälschlicherweise vor radioaktiver Strahlung gewarnt, obwohl es keinen solchen Notfall gab. Die ukrainische Luftwaffe teilte auf Telegram mit, die App sei möglicherweise vom Feind kompromittiert worden, und es bestehe keine Gefahr durch Strahlung.
Medienberichten zufolge ertönten am späten Sonntagabend in manchen Regionen auch Warnsirenen. Zusätzlich soll die App fälschlicherweise vor Angriffen mit chemischen Waffen gewarnt haben. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, nicht auf Links in der Warn-App zu klicken. Viele Menschen in dem angegriffenen Land dürften deshalb umsonst Angst gehabt haben, wie es in Berichten heißt, da Falschmeldungen in Kriegszeiten besonders verunsichern.
Kurz nach den Vorfällen in der Ukraine berichtete auch Moskau von einem »massiven Cyberangriff«. Demnach wurde auch eine russische Notfall-App gestört. Die zeitliche Nähe beider Vorfälle lässt erkennen, wie Cyberangriffe während des Krieges gezielt in die Kommunikation mit der Bevölkerung eingreifen können, auf beiden Seiten der Front.
Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Luftangriffe und die dazugehörigen regionalen Warnungen gehören für die Menschen im Land längst zum Alltag, weshalb Warn-Apps eine zentrale Rolle für den Schutz der Zivilbevölkerung spielen. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Militär- und Budgethilfe gegen das Nachbarland. Gerade deshalb wird die Verlässlichkeit solcher Alarmsysteme als sicherheitsrelevant betrachtet, denn eine falsche Warnung kann im Ernstfall dazu führen, dass Menschen auf echte Gefahren nicht mehr angemessen reagieren.
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