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Montag, 21. September 2026

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Mecklenburg-Vorpommern: AfD punktete bei bisherigen Nichtwählern

AfD gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei Nichtwählern und Arbeitern

Eine Analyse von Infratest dimap zeigt, dass die AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern besonders von bisherigen Nichtwählern, Wählern mittleren Alters und Arbeitern profitierte. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bleibt bei Frauen und älteren Wählern stark, die CDU verliert deutlich.

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nach einer vorläufigen Analyse des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die ARD vor allem von bisherigen Nichtwählern, Menschen mittleren Alters und Arbeitern profitiert. Aus der Gruppe der bisherigen Nichtwähler gaben 67.000 ihre Stimme der AfD. Auch von der SPD wechselten rund 45.000 Wähler zur AfD.

Die CDU, die ein historisch schlechtes Ergebnis einfuhr, verlor rund 28.000 ihrer bisherigen Wähler an die AfD und zudem rund 25.000 Wählerstimmen an die SPD. Von der aus dem Schweriner Landtag geflogenen FDP wechselten 15.000 zur AfD und von der Linkspartei etwa 8.000. Die Grünen verloren 6.000 Wähler an die SPD und 3.000 an das BSW. Das Wanderungsmodell von Infratest dimap schätzt die Wanderungsströme im Vergleich zur vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2021.

Besonders stark schnitt die AfD bei Wählern im mittleren Alter ab. Bei den 35- bis 44-Jährigen machten 45 Prozent ihr Kreuz bei der in Teilen rechtsextremistischen Partei, bei den 45- bis 59-Jährigen sogar 47 Prozent. Auch die 60- bis 69-Jährigen wählten zu 41 Prozent die AfD. Bei den jüngsten Wählern zwischen 16 und 24 Jahren lag die AfD mit 35 Prozent vorn. Am geringsten war die Zustimmung bei den über 70-Jährigen mit 26 Prozent – in dieser Altersgruppe wählte mehr als die Hälfte (52 Prozent) die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF bestätigt diesen Trend. Bei den unter 30-Jährigen kommt die AfD demnach auf 37 Prozent, bei den 30- bis 44-Jährigen auf 43 Prozent und bei den 45- bis 59-Jährigen sogar auf 45 Prozent. Erst bei den über 60-Jährigen bekommt sie weniger Zustimmung und erreicht 32 Prozent.

Nach Berufsgruppen ist die AfD laut der ZDF-Analyse bei Arbeitern mit 44 Prozent klar stärkste Kraft, bei Angestellten mit 35 Prozent ebenfalls stark, bei Beamten erhält sie nur 25 Prozent. Die SPD liegt bei Angestellten und Beamten jeweils mit 38 Prozent vorn, bei Arbeitern mit 37 Prozent knapp hinter der AfD, bei Selbstständigen mit 28 Prozent hinter der AfD (39 Prozent). Laut Infratest dimap holte die AfD bei Arbeitern 51 Prozent, bei Selbstständigen 46 Prozent und bei Angestellten 42 Prozent.

Nach Geschlecht zeigt sich laut der Erhebung von Infratest dimap: Bei den Frauen konnte die SPD mit Schwesig mit 40 Prozent punkten, während bei den Männern die AfD mit 44 Prozent vorn liegt.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hofft trotz des knappen Rückstands ihrer SPD hinter der AfD auf eine weitere Amtszeit. Da den Rechtspopulisten die Koalitionspartner fehlen, darf sich die Amtsinhaberin berechtigte Hoffnungen auf weitere fünf Jahre in der Staatskanzlei machen. Besonders bitter endete der Wahlabend für die CDU: Zum ersten Mal überhaupt fliegen die Christdemokraten aus einem Landtag. Auch das BSW verpasste den Einzug knapp.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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