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Mittwoch, 2. September 2026

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Bundesregierung macht Russland für Drohnen-Vorfall in Leipzig verantwortlich

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf den Flughafen Leipzig/Halle beschuldigt die Bundesregierung Russland. Als Konsequenz werden das russische Generalkonsulat in Bonn und das Russische Haus in Berlin geschlossen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Bundesinnenminister Dobrindt und Außenminister Wadephul teilten auf einer Pressekonferenz mit, man sei von der russischen Verantwortlichkeit überzeugt, und kündigten neue Strafmaßnahmen gegen Moskau an. Dazu gehört die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des Russischen Hauses in Berlin.

Die Ukraine begrüßte die deutschen Maßnahmen. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, schrieb auf der Plattform X, er begrüße die entschlossene Reaktion Deutschlands auf den russischen Angriff in Leipzig. Kiew stehe in engem Austausch mit Berlin bei der Sicherung kritischer Infrastruktur vor Drohnen, einem koordinierten Vorgehen gegen die russische „Schattenflotte“ und weiteren Sanktionen gegen Russland.

Russlands Präsident Wladimir Putin wies die Vorwürfe zurück. Bei einer Pressekonferenz in Bischkek in Kirgistan bezeichnete er die von Deutschland angekündigten Sanktionen als „weiteren Fehler“. Er stellte die Frage nach den Beweisen und nannte die bisher vorgelegten Belege „gefälscht“. Die Reaktion der Bundesregierung um Bundeskanzler Friedrich Merz sei vor allem innenpolitisch motiviert und hänge mit den bevorstehenden Wahlkämpfen zusammen, behauptete Putin nach dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit.

Putin äußerte sich in Bischkek auch zum Kriegsverlauf in der Ukraine. Russische Einheiten seien im Donezker Gebiet bis auf wenige Kilometer an die Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka herangerückt. Die Stadt Swjatohirsk sei erneut unter russischer Kontrolle, in Dobropillja gebe es Straßenkämpfe. Diese Angaben widersprechen Einschätzungen ukrainischer und westlicher Beobachter, die zuletzt eine Verlangsamung des russischen Vormarsches feststellten. Im Gebiet Saporischschja sei die russische Armee bis ins Zentrum der Stadt Orichiw vorgestoßen, in der Nordostukraine verlaufe die Frontlinie rund zwölf Kilometer von Sumy entfernt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte unterdessen alle Fluggesellschaften vor Flügen über Russland. Der russische Luftraum werde „vollkommen unsicher“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine drohe nicht der zivilen Luftfahrt, aber es werde so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen müsse. Erst vergangene Woche hatte er den Einsatz von bis zu 1.000 weitreichenden Drohnen täglich angedroht.

Selenskyj bestätigte zugleich Medienberichte, wonach die USA für die vergangene Woche um eine Unterbrechung von Angriffen auf Moskau und St. Petersburg gebeten haben. CIA-Chef John Ratcliffe reiste in dieser Zeit unangekündigt nach Moskau. Ein weiterer Staat habe um eine Pause für Angriffe auf Wladiwostok ersucht, wo von Dienstag bis Freitag ein Wirtschaftsforum mit internationalen Gästen und einem Auftritt Putins stattfindet.

Elena Mertens

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Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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