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Mittwoch, 2. September 2026

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Marine testet erfolgreich weitreichendes Raketensystem Lora

Die deutsche Marine hat im Nordatlantik einen zuvor geheim gehaltenen Test des israelischen Raketensystems Lora erfolgreich abgeschlossen. Die Reichweite übersteige alles bisher Bekannte, nun sollen Beschaffungspläne vorangetrieben werden.

Die deutsche Marine hat im Nordatlantik einen zuvor geheim gehaltenen Test des israelischen Raketensystems Lora erfolgreich abgeschlossen. Die Erprobung habe gezeigt, dass sich das Waffensystem von deutschen Schiffen aus einsetzen lasse, sagte Marineinspekteur Jan Christian Kaack der Deutschen Presse-Agentur. Die mögliche Reichweite des Systems übersteige „alles, was wir bisher kannten“, so der Inspekteur weiter.

Das Testgebiet lag im Seegebiet zwischen Irland und Island. Dort erprobte die Marine erstmals das weitreichende israelische Raketensystem unter realen Bedingungen auf See. Der Test war bis zu seinem Abschluss geheim gehalten worden, um unter möglichst realistischen Bedingungen zu operieren. Nach der erfolgreichen Erprobung sollen nun die Pläne für eine Beschaffung der Waffen vorangetrieben werden, wie es aus Marinekreisen heißt.

Das System Lora stammt aus israelischer Produktion und ist für den Einsatz von Schiffen sowie von Land aus konzipiert. Es zählt zu den weitreichenden Präzisionswaffen und gilt als Beitrag zur Abschreckung potenzieller Gegner. Die deutsche Marine sieht in der Erprobung einen wichtigen Schritt zur Stärkung der eigenen Fähigkeiten im Bereich der Seezielbekämpfung und der Landangriffe aus großer Distanz.

Hintergrund der Beschaffungspläne ist die veränderte Sicherheitslage in Europa. Angesichts der Bedrohung durch Russland sucht die Bundeswehr nach Wegen, ihre militärischen Fähigkeiten schnell und wirksam auszubauen. Weitreichende Raketensysteme gelten dabei als ein zentrales Element, um gegnerische Kräfte bereits auf große Entfernung binden und bekämpfen zu können. Die Marine könnte mit Lora künftig Ziele an Land und auf See aus großer Distanz angreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Der erfolgreiche Test im Nordatlantik ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, mit denen die Bundeswehr ihre Einsatzbereitschaft erhöhen will. Neben der Beschaffung neuer Waffensysteme geht es auch um die Modernisierung vorhandener Plattformen und die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Verbündeten. Die genauen technischen Daten des Tests, darunter die exakte Reichweite und die Trefferquote, wurden nicht veröffentlicht. Die Marine betonte jedoch, dass die Ergebnisse die Erwartungen übertroffen hätten.

Nun müssen die politischen Gremien über die Finanzierung und den Umfang einer möglichen Beschaffung entscheiden. Die Marineinspektion hat angekündigt, die Ergebnisse der Erprobung in die weiteren Planungen einfließen zu lassen. Eine zeitnahe Entscheidung über die Einführung des Systems wird in Verteidigungskreisen als wahrscheinlich angesehen, da der Bedarf an weitreichenden Fähigkeiten als dringend eingestuft wird.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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