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Dienstag, 15. September 2026

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CDU-Fraktionschef warnt vor unkalkulierbarem Kostenrisiko bei Stuttgarter Opernsanierung

Vor der Entscheidung über die Sanierung der Stuttgarter Oper wächst der Widerstand. CDU-Fraktionschef Tobias Vogt kritisiert die Pläne für das Ausweichquartier und verweist auf Milliardenkosten sowie angespannte kommunale Haushalte.

Vor der Entscheidung über die Sanierung der Stuttgarter Oper wächst der Widerstand gegen das kostspielige Projekt. Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Tobias Vogt sieht die Pläne für das geplante Ausweichquartier nach eigenen Angaben kritisch. Angesichts der schwer angeschlagenen kommunalen Haushalte und drohender Krankenhausschließungen müsse die Politik die Kosten berücksichtigen, sagte er in einem Interview mit der «Stuttgarter Zeitung», den «Stuttgarter Nachrichten» und dem «Südkurier».

«Wir können nicht über die riesengroßen Haushaltslöcher auf kommunaler Ebene und die Diskussionen über die Schließung von Krankenhäusern hinweggehen», sagte Vogt. «Ich glaube, die Menschen erwarten von uns, dass wir das berücksichtigen.» Die CDU-Landtagsfraktion will bei ihrer anstehenden Klausurtagung in Freiburg auch über die Finanzpläne des Landes und damit über die Opernsanierung beraten.

Vogt verwies auf das geschätzte Gesamtvolumen in Milliardenhöhe und warnte vor unkalkulierbaren Risiken beim Umbau des Hauses. «Man will den Littmann-Bau, ein mehr als 110 Jahre altes Gebäude, auseinandersägen und die Teile verschieben», sagte er. «Es braucht nicht viel Fantasie, um hier ein unkalkulierbares Kostenrisiko zu sehen.» Die bislang angesetzten Kosten seien «unfassbar».

Der 1912 eröffnete Littmann-Bau neben dem Landtag ist in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand. Zuletzt hatten Land und Stadt Stuttgart angekündigt, die Pläne für das Interimsgebäude deutlich abspecken zu wollen und die Kosten so auf maximal 289 Millionen Euro drücken zu wollen. Eine offizielle Schätzung, wie hoch die Kosten für die gesamte Sanierung ausfallen, gibt es derzeit nicht. 2019 ging man bei einer Berechnung von rund einer Milliarde Euro aus. Die Kosten für das ganze Projekt teilen sich Stadt und Land.

Das geplante Übergangsgebäude oder Interim soll etwa zehn Jahre lang als Ausweichquartier für Ballett und Oper dienen, während die eigentliche Oper saniert wird. Eigentlich sollte der Bau der Interimsspielstätte 2026 starten und bis 2029 abgeschlossen sein. Zuletzt war von einem Baubeginn im Jahr 2028 die Rede. Die ersten Stücke sollen dann 2033 dort aufgeführt werden.

Die Debatte fällt in eine Zeit, in der die kommunalen Finanzen in Baden-Württemberg unter Druck stehen. Vogt machte deutlich, dass die Politik angesichts knapper Kassen Prioritäten setzen müsse. Die geplante Sanierung der Stuttgarter Oper ist eines der größten Kulturprojekte des Landes und steht seit Jahren in der Kritik wegen steigender Kosten und unklarer Planung. Die Entscheidung über die Sanierung steht noch aus.

Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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