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Montag, 31. August 2026

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John Ratcliffe: Was macht der CIA-Direktor plötzlich in Moskau?

CIA-Direktor Ratcliffe reist überraschend nach Moskau

US-Präsident Trump entsendet CIA-Direktor John Ratcliffe zu einem geheimen Besuch nach Moskau. Beobachter spekulieren über eine Warnung an Putin vor einer neuen Mobilisierungswelle oder einem möglichen Nato-Angriff. Auch eine Vermittlerrolle Russlands im Iran-Konflikt gilt als möglich.

Die US-Regierung hat offenbar CIA-Direktor John Ratcliffe zu einem geheimen Besuch nach Moskau entsandt. Am Dienstag landete eine C-17A Globemaster III der US-Luftwaffe auf dem Flughafen Wnukowo. Einen offiziellen Empfang gab es nicht, der Kreml erklärte, von dem Flug nichts zu wissen. Ukrainische Medien berichten, Washington habe Kiew zuvor gebeten, zwischen dem 24. und 26. August auf Drohnenangriffe gegen Moskau und St. Petersburg zu verzichten – ein übliches Verfahren, wenn hochrangige Staatsgäste den Luftraum passieren.

Was Ratcliffe zu der Reise inmitten zunehmender Spannungen bewogen hat, ist Gegenstand von Spekulationen. Das „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, Ratcliffe habe der Führung in Moskau ins Gewissen reden sollen. Im Raum steht eine Warnung an Wladimir Putin: Die US-Regierung verfüge über Informationen über eine großangelegte Mobilisierungskampagne des Kremls. Einige Experten rechnen seit Monaten damit, dass Putin nach den Parlamentswahlen Ende September eine solche Mobilisierung ausrufen könnte – die Rede ist von bis zu 300.000 Russen. Das Risiko für den Kremlchef ist hoch, denn der Unmut in der Bevölkerung über Engpässe an Tankstellen und steigende Lebenshaltungskosten ist bereits deutlich spürbar.

Eine zweite Erklärung betrifft einen möglichen Schlag gegen die Nato. Die US-Geheimdienste verfügen demnach über Informationen, dass Putin das Bündnis militärisch auf die Probe stellen wolle. „Es könnte darum gehen, Putin zu sagen: ‚Wir wissen, was Sie vorhaben, und Sie sollten es besser lassen‘“, zitiert das Blatt Beth Sanner, die ehemalige Vize-Direktorin des US-Geheimdienstes für Missionsintegration. Sie hält auch ein anderes Szenario für denkbar: Ratcliffe könnte die Unterstützung des Kremls für die ins Stocken geratenen Verhandlungen der USA mit dem Iran anfragen. Schon im April hatte Moskau seine Rolle als Mediator in dem Konflikt angeboten.

So oder so wären es keine guten Nachrichten für die Ukraine und Europa. Das letzte Mal, dass ein CIA-Chef Moskau besuchte, war im November 2021. Damals reiste William Burns nach Moskau, um Putin vor einer völkerrechtswidrigen Invasion der Ukraine zu warnen. Drei Monate später überfiel Russland das Nachbarland und begann einen Krieg, der nun schon länger andauert als der Kampf der Roten Armee gegen die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Sollte Trump den Kreml als Mittler im Iran-Konflikt einschalten wollen, dürfte Putin eine Gegenleistung verlangen – und die könnte mit der Ukraine zu tun haben. Derzeit gibt es in den USA mehrere pro-ukrainische Initiativen, die Russland schaden sollen. Dazu zählt die Überlegung, Kiew Lizenzen zum Bau von Patriot-Abwehrraketen zu geben. Beim Nato-Gipfel im Juli hatte Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zugesagt, der ukrainischen Rüstungsindustrie diese Lizenzen zu verkaufen. Seitdem ist nichts passiert. Auch die Bitte Kiews, Patriot-Raketen in den USA kaufen zu dürfen, blieb bislang unbeantwortet. Die Bestände an Abwehrraketen der Ukraine sind so gut wie leer, das Land ist dem täglichen Bombenterror Russlands weitgehend schutzlos ausgesetzt.

Ein weiteres Druckmittel betrifft das Sanktionspaket „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“, benannt nach dem im Juli verstorbenen Senator Lindsey Graham. Der Senat hat das Paket mit großer Mehrheit verabschiedet, nun muss es noch durch die zweite Kammer des US-Parlaments, bevor es vom Präsidenten unterzeichnet werden kann.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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