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Eralp fürchtet um Sicherheit ihrer Familie nach Interview-Anmerkungen

Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp sieht laut einem Bericht des „Spiegel“ die Sicherheit ihrer Familie gefährdet, wenn sie sich öffentlich zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußert.

Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp fürchtet einem Bericht des „Spiegel“ zufolge um die Sicherheit ihrer Familie, sollte sie sich explizit zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußern. Das geht aus internen Anmerkungen hervor, die ihr Büro zu einem Interview mit dem Magazin verfasst hat. Das Dokument sei dem „Spiegel“ versehentlich zusammen mit den Kommentaren zugeschickt worden. Eralp, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden möchte, und die Linken-Landeschefin Kerstin Wolter wollten sich zunächst nicht äußern.

Dem Bericht zufolge führte der „Spiegel“ am Montag ein Interview mit Eralp, die derzeit versucht, zusammen mit Grünen und SPD eine Landesregierung zu bilden. Am folgenden Tag wurde die schriftliche Fassung zur Autorisierung an ihren Sprecher geschickt. Einen Tag später kam das Gespräch mit Kommentaren und Anmerkungen zurück. Die Freigabe wörtlicher Interviews gehört in Deutschland oftmals zur journalistischen Praxis.

Inhaltlich ging es laut dem Magazin um das Thema Antisemitismus in den Reihen der Linken. Eralp habe dem Bericht zufolge gesagt, ihr sei das ganze Ausmaß des Problems nicht bewusst gewesen. Sie habe zwar gewusst, dass vor allem im Bezirksverband Neukölln viele Parteifreunde beim Thema Palästina sehr engagiert seien, nicht aber gedacht, dass es im Wahlkampf auf einzelnen Veranstaltungen zu Grenzüberschreitungen kommen könne.

Der „Spiegel“ hakte nach und fragte nach dem Aktivisten Ibrahim Ibrahim, der den Chefplaner des Hamas-Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023 als „Märtyrerhelden“ bezeichnet haben soll und auf der Wahlparty in Neukölln war. Eralp bestätigte dem Bericht zufolge, dies gemeint zu haben. In der autorisierten Fassung sei diese Frage samt Antwort jedoch gestrichen worden. Nach Angaben des Vereins democ, der sich mit demokratiefeindlichen Bewegungen befasst, ist Ibrahim ein langjähriger Aktivist der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), die in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft ist.

In internen Anmerkungen, aus denen das Magazin zitiert, verweist Eralp auf frühere Erfahrungen mit dem Landeskriminalamt. Dieses habe ihr damals geraten, bei Organisierter Kriminalität keine konkreten Namen zu nennen. Nun gehe es um Personen mit Kontakten zur Hamas. Sie schreibt, sie könne sich und ihre Familie für den „Spiegel“ nicht in Gefahr bringen, und fragt, ob das ganze Interview storniert werden solle. Zudem habe sie mehrere Vorfälle bisher allgemein verurteilt, nun seien sie einzeln präsent.

Eralps Sprecher teilte dem Magazin in einer späteren E-Mail mit, die Politikerin sei als Bürgermeisterkandidatin seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt. Zur Begründung zitiert der „Spiegel“ eine Einschätzung, wonach Sicherheitsbehörden angesichts der allgemeinen Bedrohungslage raten, politische Probleme nicht an einzelnen Personen festzumachen, insbesondere wenn über deren mutmaßliche Verbindungen zu Organisierter Kriminalität oder Terrororganisationen berichtet wurde.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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