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Donnerstag, 3. September 2026

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Hybride Attacken: Deutschland ist das Hauptziel Russlands

Der finnische Forscher Jukka Savolainen warnt: Deutschland ist das Hauptziel hybrider Attacken aus Russland. Er erklärt, wie sich jeder Einzelne wappnen kann.

Die Gefahr hybrider Angriffe auf Deutschland wächst. Der finnische Forscher Jukka Savolainen, der sich auf hybride Attacken spezialisiert hat, sieht die Bundesrepublik dabei im Fokus russischer Strategien. Mit Blick auf Russland sagt er: Deutschland ist das Hauptziel. Diese Einschätzung gewinnt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen der Nato und Moskau an Bedeutung.

Hybride Angriffe umfassen ein breites Spektrum an Maßnahmen, die unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Konflikts bleiben. Dazu zählen Desinformationskampagnen, Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Sabotageakte sowie die gezielte Beeinflussung von politischen Prozessen und öffentlichen Debatten. Savolainen betont, dass die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft eine zentrale Rolle spielt, um solchen Bedrohungen entgegenzutreten.

Die Warnung des Forschers fällt in eine Zeit wachsender Spannungen in Europa. Erst kürzlich hat die polnische Luftwaffe zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Der russische Aufklärer vom Typ Il-20 sei 40 Kilometer nördlich des Badeorts Ustka mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs gewesen, teilte Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz mit. Das Flugzeug stellte demnach eine Bedrohung für die zivile Luftfahrt dar, verletzte den polnischen Luftraum jedoch nicht.

In Polen und den baltischen Staaten wachsen die Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukraine-Krieg vermehrt Nato-Staaten provozieren könnte. Auch die deutsche Marine fordert angesichts der russischen Bedrohung in Nord- und Ostsee eine Neuausrichtung. Der Inspekteur der Marine plädiert dafür, internationale Einsätze zu beenden, um sich stärker auf die Verteidigung im heimischen Seegebiet zu konzentrieren.

Die Bedrohungswahrnehmung in der deutschen Bevölkerung ist indes gespalten. Laut ARD-Deutschlandtrend fühlen sich 59 Prozent der Westdeutschen durch Russland bedroht oder sehr stark bedroht. In Ostdeutschland sind es nur 42 Prozent, während 21 Prozent der Befragten im Osten überhaupt keine Bedrohung sehen. Gleichzeitig hält eine Mehrheit der Ostdeutschen von 54 Prozent die deutsche Militärhilfe für die Ukraine für übertrieben, während dies im Westen nur 39 Prozent sagen.

Für den Einzelnen bedeutet die wachsende Gefahr hybrider Attacken, wachsam zu sein und die eigene Resilienz zu stärken. Savolainen verweist darauf, dass Desinformation oft darauf abzielt, Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben und gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen. Kritisches Denken, der Abgleich von Informationen aus verschiedenen Quellen und ein Bewusstsein für Manipulationsversuche sind daher zentrale Elemente der persönlichen Verteidigung.

Die Diskussion über hybride Bedrohungen ist nicht neu, hat aber durch die jüngsten Vorfälle an der Ostsee und die anhaltenden Spannungen im Ukraine-Krieg eine neue Dringlichkeit erhalten. Die Nato-Staaten haben wiederholt ihre Entschlossenheit betont, auf hybride Angriffe gemeinsam zu reagieren. Zugleich wird deutlich, dass die Abwehr solcher Attacken nicht allein Aufgabe von Geheimdiensten und Militär ist, sondern auch die Zivilgesellschaft in die Pflicht nimmt.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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