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Politik

Iran droht Israel und den Golfstaaten mit Angriffen auf kritische Infrastruktur

Teheran warnt vor Gegenschlägen auf Energieanlagen in Israel und der Golfregion, während US-Präsident Trump neue Angriffe auf den Iran erwägt.

Iran droht Israel und den Golfstaaten mit Angriffen auf kritische Infrastruktur
Nahost-Krieg aktuell: Iran droht mit Angriffen auf Infrastruktur
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Der Iran hat angesichts möglicher neuer US-Angriffe mit Gegenschlägen auf kritische Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten gedroht. Die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, Teheran wolle im Fall eines weiteren Angriffs auch Einrichtungen in Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier nehmen. Die USA müssten sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in diesen Ländern innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es.

Hintergrund der Drohung sind US-Medienberichte, wonach US-Präsident Donald Trump bereits an diesem Wochenende neue Angriffe auf Ziele im Iran erwägt. CBS News und das «Wall Street Journal» beriefen sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach könnte Israel dabei erneut in den Krieg einsteigen. Die Nachrichtenseite «Axios» berichtete, mögliche Angriffe könnten wieder die Energieinfrastruktur des Iran treffen. Eine endgültige Entscheidung Trumps liege noch nicht vor. Zuletzt hatten sich Israel und der Iran Anfang Juni direkt attackiert.

Trump selbst kündigte bei einer Kabinettssitzung auf dem Landsitz Camp David weitere Angriffe an. «Wir werden sie sehr hart treffen», sagte er auf die Frage nach den nächsten vier Wochen, ohne einen genauen Zeitrahmen zu nennen. Der Iran habe nach den bisherigen Angriffen noch einige militärische Kapazitäten, bald jedoch nicht mehr, betonte er. In der Nacht zuvor hatte das US-Militär keine neuen Angriffe gemeldet.

Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Kriegs zeigte sich Trump frustriert. Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und stellten Gesprächsinhalte öffentlich falsch dar, kritisierte er. «Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.»

Unterdessen gibt es aus Israel Vorbehalte gegen den von Trump angekündigten Plan zur Entwaffnung der Hamas. Der Umsetzungsplan des von Trump gegründeten Friedensrats sieht parallel zur Einlagerung schwerer Waffen im Gazastreifen einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee vor. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es jedoch, die Armee werde sich bis zur tatsächlichen Entwaffnung der Hamas nicht von der «derzeitigen gelben Linie» zurückziehen. Diese Linie bezeichnet die Rückzugsposition der israelischen Armee im Gazastreifen. Die Kontrolle über das Palästinensergebiet hat die Armee in den vergangenen Monaten von 53 Prozent auf mehr als 60 Prozent ausgeweitet. Die Zeitung «Times of Israel» mutmaßte, Israel sei nicht bereit, sich wieder hinter die ursprünglich im Rahmen der Waffenruhe vereinbarte Linie zurückzuziehen. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe zugleich, ihre Herrschaft im übrigen Gazastreifen wieder zu festigen. Laut Friedensrat ist neben der Einlagerung schwerer Waffen im Gazastreifen auch geplant, Waffenproduktionsstätten, Waffenlager und Tunnel stillzulegen. Eine offizielle Stellungnahme Israels zu Trumps Ankündigung gibt es bislang nicht.

Die irakische Regierung hat den jüngsten Angriff der USA und Saudi-Arabiens nach eigener Darstellung nicht gebilligt. Regierungssprecher Haider al-Abudi sagte im staatlichen Fernsehen, Bagdad habe «keinerlei Kenntnis» von den Attacken gehabt und keine Angriffe «auf bestimmte Stellen oder Gruppen im Irak» genehmigt. Die USA hatten erklärt, die Angriffe seien mit der irakischen Regierung abgestimmt gewesen. Das US-Regionalkommando Centcom hatte mitgeteilt, in der Nacht zu Mittwoch hätten Kampfflieger der USA und Saudi-Arabiens im Zuge des Iran-Kriegs «mit dem Iran verbündete Terroristen» im Irak attackiert.

Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» soll der Chef des US-Zentralkommandos, Admiral Brad Cooper, vorgeschlagen haben, den Iran in einer zweiwöchigen Angriffswelle entscheidend zu schwächen. Dabei sollten vor allem iranische Raketenstellungen und -lager zerstört werden. Hintergrund ist offenbar, dass die andauernden iranischen Angriffe die amerikanische Abwehrmunition aufbrauchen.

Unabhängig davon bereitet sich Saudi-Arabien nach Angaben jemenitischer Quellen auf eine groß angelegte Militäroffensive gegen die Huthis auf dem Seeweg und möglicherweise auch auf dem Landweg im Zentrum des Jemen vor, um die Blockade seiner Ölexporte über das südliche Rote Meer zu durchbrechen. Beobachtet wurde, dass sich saudische Truppen aus dem Osten des Jemen zurückzogen, was als Vorbereitung auf eine Landoffensive gewertet werden könnte. Zugleich schmiedet Saudi-Arabien einem Bericht zufolge ein Bündnis zum Schutz der Schifffahrt.