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Reza Pahlavi nimmt in Frankfurt Freiheitspreis für das iranische Volk entgegen

Der im US-Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs hat in der Frankfurter Paulskirche einen Preis der Friedrich-Naumann-Stiftung stellvertretend für das iranische Volk entgegengenommen und die Regierung in Teheran scharf kritisiert.

Reza Pahlavi hat in der Frankfurter Paulskirche den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung entgegengenommen. Er nahm die Auszeichnung nicht persönlich für sich in Anspruch, sondern stellvertretend für das iranische Volk. Zugleich nutzte der Sohn des 1979 gestürzten Schahs die Gelegenheit, die Führung in Teheran frontal anzugreifen.

Die Zeremonie fand im Symbolort der deutschen Demokratie statt, in der Paulskirche, die als Wiege des parlamentarischen Deutschlands gilt. Pahlavi, der im Exil in den Vereinigten Staaten lebt, bezeichnete die Islamische Republik nicht als legitime Regierung des Landes. Er sieht sich nach eigenen Worten als Brückenbauer und stellt sich als möglicher Übergangsführer dar. Den Preis wolle er zu gegebener Zeit an Iranerinnen und Iraner in Teheran weitergeben. Damit verband er die Auszeichnung mit dem Anspruch, eine Rolle beim künftigen politischen Wandel im Iran zu übernehmen.

Im Saal war die Stimmung deutlich. Während der Zeremonie skandierte ein Teil des Publikums Parolen zugunsten einer Monarchie. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann würdigte die Auszeichnung und stellte damit die Verbindung zwischen dem Preis und dem Engagement für Freiheitsrechte heraus. Pahlavi ist allerdings umstritten. Kritiker verweisen auf die autokratische Herrschaft seines Vaters, die dem Umsturz von 1979 vorausging, und sehen in einer möglichen Rückkehr der Familie an die Macht keine Garantie für demokratische Verhältnisse.

Auch außerhalb der Kirche war die Veranstaltung ein Thema auf der Straße. Die Polizei zählte am Mittag im gesamten Stadtgebiet etwa 5.000 Demonstrierende. Zuvor hatte sie eine Zahl von rund 3.000 Menschen am Römerberg und an der Paulskirche genannt, was zeigt, wie stark sich die Versammlungen über die Innenstadt verteilten. Für die Kundgebung am Nachmittag im Ostpark hatte die Stadt 30.000 Anmeldungen registriert. Ob tatsächlich so viele Menschen kamen, ist bislang nicht gesichert, da die Angaben zur Teilnahme an dieser Stelle noch offen sind.

Im Umfeld der Kundgebungen wurde ein Mann festgenommen. Anlass war eine Drohung, die während eines Online-Livestreams ausgesprochen worden sein soll. Über Inhalt und Art dieser Drohung liegen derzeit nur begrenzte Angaben vor, sodass sich weder die genaue Schwere des Vorwurfs noch der weitere Verlauf des Verfahrens seriös beurteilen lassen. Die Polizei hatte den Vorfall im Zusammenhang mit den Versammlungen gemeldet, weitere Einzelheiten zu dem Vorgang müssen abgewartet werden.

Die Verleihung zeigt, wie sehr die Frage nach der politischen Zukunft des Iran in Europa Aufmerksamkeit findet. Pahlavi verbindet seine Person mit der Hoffnung vieler Oppositioneller auf einen Wandel, zugleich bleibt offen, wie breit diese Unterstützung innerhalb des Iran tatsächlich ist. Ob die Auszeichnung in Teheran als Signal wahrgenommen wird, bleibt abzuwarten.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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