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Dienstag, 15. September 2026

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Selenskyj zu Treffen mit Putin beim G20-Gipfel bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich bereit erklärt, Russlands Präsident Wladimir Putin am Rande des nächsten G20-Gipfels Mitte Dezember zu treffen. Der Kreml zögert bislang. Gastgeber Trump hatte eine russische Teilnahme als «sehr hilfreich» bezeichnet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist offenbar zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beim nächsten G20-Gipfel Mitte Dezember bereit. Sollten beide zu dem Gipfel eingeladen werden, würde er Putin «natürlich» treffen, sagte Selenskyj in einem Interview der Deutschen Welle. Es sei wichtig, miteinander zu sprechen, doch am Ende zähle nur das Ergebnis, betonte der ukrainische Staatschef.

Der nächste G20-Gipfel findet in den Vereinigten Staaten statt. Gastgeber Donald Trump hatte eine Teilnahme Russlands zuvor als «sehr hilfreich» bezeichnet. Ob Putin tatsächlich anreisen wird, ist jedoch offen. Der Kreml zögert bislang mit einer Zusage und hat auf die jüngsten Äußerungen aus Kiew noch nicht reagiert.

Selenskyjs Angebot fällt in eine Phase, in der sich die diplomatischen Signale zwischen Kiew und Moskau zuletzt wieder verdichtet haben. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es vorsichtige Spekulationen über mögliche Kontakte gegeben. Der ukrainische Präsident machte nun deutlich, dass er einem direkten Gespräch mit Putin nicht ausweichen würde, sofern die Umstände es zulassen. Entscheidend sei für ihn jedoch nicht das Zustandekommen eines Treffens an sich, sondern ein konkretes Ergebnis.

Der Kreml hält sich bislang bedeckt. Eine offizielle Reaktion aus Moskau auf die Bereitschaftserklärung Selenskyjs steht aus. Beobachter werten die Zurückhaltung als taktisches Manöver, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken oder Zeit zu gewinnen. Unklar ist auch, ob Putin überhaupt eine Einladung zum G20-Gipfel in den USA annehmen würde.

Die USA als Gastgeber hatten zuletzt Interesse an einer russischen Beteiligung signalisiert. Trump bezeichnete eine Teilnahme Russlands als «sehr hilfreich». Damit deutet sich an, dass Washington dem Format eine größere Bedeutung beimisst als in den vergangenen Jahren, in denen Russland bei internationalen Spitzentreffen weitgehend isoliert war.

Ein mögliches Zusammentreffen von Selenskyj und Putin am Rande des G20-Gipfels wäre das erste direkte Gespräch der beiden seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Bislang haben sich beide Seiten ausschließlich über Vermittler oder in indirekten Formaten ausgetauscht. Ein persönliches Treffen auf neutralem Boden oder im Rahmen eines multilateralen Gipfels könnte eine neue Dynamik in die festgefahrenen Verhandlungen bringen.

Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt maßgeblich von der Haltung Moskaus ab. Der Kreml hat in der Vergangenheit mehrfach Bedingungen für Gespräche mit Kiew genannt, darunter die Anerkennung der «neuen territorialen Realitäten». Die ukrainische Seite lehnt eine Vorbedingung dieser Art bislang ab. Selenskyj hat wiederholt klargestellt, dass über Gebietsabtretungen nicht verhandelt werde.

Der G20-Gipfel im Dezember bringt die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammen. Sollte Putin anreisen, wäre dies seine erste Teilnahme an einem derartigen Forum seit Jahren. Für die Ukraine steht bei dem möglichen Treffen viel auf dem Spiel: Kiew hofft, die internationale Unterstützung zu festigen und Bewegung in die festgefahrene Lage zu bringen.

Die Bundesregierung und andere europäische Partner beobachten die Entwicklung aufmerksam. Eine Annäherung zwischen Kiew und Moskau unter amerikanischer Vermittlung könnte die europäische Sicherheitsarchitektur nachhaltig verändern. Zugleich warnen Kritiker davor, dass ein überstürztes Treffen ohne klare Vorbedingungen die Position der Ukraine schwächen könnte.

Selenskyj selbst hat in dem Interview keinen Zweifel daran gelassen, dass er Gespräche nicht um ihrer selbst willen führt. «Am Ende zählt nur das Ergebnis», sagte er. Ob dieses Ergebnis im Dezember in den USA erreicht werden kann, bleibt abzuwarten. Der Ball liegt nun zunächst im Kreml.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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