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Montag, 31. August 2026

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Sozialhilfe-Ausgaben steigen um 6,1 Prozent – Städtetag fordert Pflegevollversicherung

Die Ausgaben für Sozialhilfe in Deutschland sind 2025 auf 21,5 Milliarden Euro gestiegen. Haupttreiber ist die Hilfe zur Pflege. Der Deutsche Städtetag fordert angesichts der Entwicklung eine Pflegevollversicherung.

Die Ausgaben für Sozialhilfe in Deutschland sind im vergangenen Jahr auf 21,5 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, entspricht dies einem Anstieg von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung wird vor allem auf deutlich höhere Aufwendungen für die Hilfe zur Pflege zurückgeführt, die einen wachsenden Anteil der Gesamtausgaben ausmacht.

Angesichts dieser Zahlen erneuert der Deutsche Städtetag seine Forderung nach einer Pflegevollversicherung. Die Kommunen sehen sich durch die steigenden Sozialhilfeleistungen zunehmend finanziell belastet. Die Hilfe zur Pflege ist eine Leistung der Sozialhilfe, die dann greift, wenn Pflegebedürftige die Kosten für ihre Versorgung nicht aus eigenen Mitteln oder durch Leistungen der Pflegeversicherung decken können. Steigende Pflegekosten und eine wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen treiben die Ausgaben in diesem Bereich seit Jahren nach oben.

Der Städtetag argumentiert, dass die Pflegekosten nicht dauerhaft über die Sozialhilfe aufgefangen werden dürften. Eine Pflegevollversicherung, die alle pflegebedingten Kosten abdeckt, würde die Betroffenen von der Abhängigkeit von Sozialhilfeleistungen befreien und zugleich die Kommunen entlasten. Die Städte fordern die Bundesregierung auf, eine solche Reform zügig auf den Weg zu bringen, um sowohl die pflegebedürftigen Menschen als auch die öffentlichen Haushalte zu schützen.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Sozialhilfe insgesamt weiterhin eine zentrale Säule des sozialen Sicherungssystems ist. Neben der Hilfe zur Pflege umfasst die Sozialhilfe auch Leistungen wie die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie die Hilfe zum Lebensunterhalt. Der Anstieg der Gesamtausgaben um rund 1,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr verdeutlicht den wachsenden finanziellen Druck auf die Kommunen, die einen erheblichen Teil der Leistungen tragen müssen.

Die Debatte über eine Pflegevollversicherung ist nicht neu, gewinnt durch die aktuellen Zahlen jedoch neue Dringlichkeit. Kritiker einer Vollversicherung verweisen auf die erheblichen zusätzlichen Kosten, die auf die Beitragszahler zukämen. Befürworter halten dagegen, dass die derzeitige Finanzierung über Sozialhilfe und kommunale Haushalte langfristig teurer sei und zudem pflegebedürftige Menschen in eine entwürdigende Abhängigkeit von Sozialleistungen bringe. Der Städtetag will die Diskussion nun mit den neuen Daten weiter vorantreiben und drängt auf eine politische Entscheidung noch in dieser Legislaturperiode.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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