US-Sender schränken Berichterstattung über Trump nach Hausverboten ein
Nach dem Zutrittsverbot für CNN und weitere Medien im Weißen Haus stellen fünf große US-Sender ihre Berichterstattung über Präsident Donald Trump vorerst ein. Die Sender wollen klagen.
Nach dem Zutrittsverbot für mehrere Medien im Weißen Haus haben fünf große US-Fernsehsender ihre Berichterstattung über Präsident Donald Trump vorerst eingeschränkt. Die Sender ABC, CBS, Fox News, NBC und CNN erklärten am Montag gemeinsam, sie würden bis auf Weiteres nicht mehr über Trumps Auftritte berichten. Sie reagieren damit auf die Entscheidung des Weißen Hauses, unliebsame Korrespondenten mit Hausverboten zu belegen.
Die fünf Sender gehören einem sogenannten Pool an, der im Rotationsverfahren über Termine des Präsidenten berichtet und dabei auch europäische Medien mit Bildmaterial versorgt. Mit ihrem Schritt verweigern sie die Weitergabe von Inhalten aus dem Weißen Haus, solange die betroffenen Journalisten von den Terminen ausgeschlossen bleiben. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Sender: «Keine Regierung darf ein Medienunternehmen einschränken, nur weil sie dessen Berichterstattung missbilligt.»
Trump hatte neben CNN auch dem Sender MS Now und der zum Springer-Verlag gehörenden Plattform Politico den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Als Begründung führte der Präsident angebliche Falschinformationen über seine Arbeit an, die er als «Fake News» bezeichnet. Die drei betroffenen Medien wollen gegen die Entscheidung klagen. Die Sender hatten bereits zuvor eine Klage gegen die US-Regierung angekündigt.
Bemerkenswert ist die Solidarität des Trump-nahen Senders Fox News, der sich dem Boykott der Berichterstattung anschloss. Die gemeinsame Erklärung der fünf Sender zeigt, dass die Maßnahme des Weißen Hauses nicht nur die direkt betroffenen Häuser betrifft, sondern die gesamte Medienlandschaft in Washington. Der Pool, dem die Sender angehören, ist für die Berichterstattung aus dem Weißen Haus zentral, da er auch ausländischen Medien Zugang zu Bildern und Informationen ermöglicht.
Die Auseinandersetzung markiert eine erneute Zuspitzung im Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und den Medien. Bereits in der Vergangenheit hatte Trump wiederholt gegen kritische Berichterstattung mobil gemacht und Medien als «Feinde des Volkes» bezeichnet. Die nun verhängten Hausverbote gehen jedoch über verbale Angriffe hinaus und treffen den Zugang zu offiziellen Terminen. Die betroffenen Sender sehen darin einen Eingriff in die Pressefreiheit.
Die gemeinsame Erklärung der fünf Sender ist ein ungewöhnlicher Schritt, da sie normalerweise im Wettbewerb zueinander stehen. Dass Fox News, das als regierungsnah gilt, sich dem Boykott anschließt, unterstreicht die Tragweite der Entscheidung. Die Sender wollen mit ihrer Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Trump deutlich machen, dass sie die Einschränkung des Zugangs nicht akzeptieren. Wie lange die Einschränkung dauern soll, ließen sie zunächst offen.
Die Klagen der betroffenen Medien könnten die Auseinandersetzung weiter eskalieren lassen. Sollten die Gerichte die Hausverbote bestätigen, hätte das Weiße Haus künftig weitreichende Möglichkeiten, unliebsame Berichterstatter auszuschließen. Die Sender und die betroffenen Medien sehen darin einen Präzedenzfall, der die Arbeit der Presse im Weißen Haus dauerhaft verändern könnte. Die Entwicklung wird von Medienbeobachtern in den USA und Europa aufmerksam verfolgt.
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