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Dienstag, 15. September 2026

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USA versenken iranische Tanker, Teheran greift Jordanien an

Die USA haben als Vergeltung für Angriffe auf ein Kriegsschiff fünf iranische Tanker zerstört. Teheran reagierte mit Raketenangriffen auf Jordanien. Experten warnen vor einer unkontrollierbaren Eskalationsspirale in der Straße von Hormus.

Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle in der Straße von Hormus hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Der Schlag erfolgte als Vergeltung für zwei Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf ein US-Kriegsschiff innerhalb der vergangenen zwei Tage.

Das zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, der Tanker „M/T Riesco“ sei im Golf von Oman am Sinken. Ein veröffentlichtes Video zeigt, wie das Schiff getroffen wird, Feuer fängt und mit dem Bug voran sinkt. Angaben dazu, ob der Tanker Rohöl geladen hatte, machte das Militär nicht. Die angegriffenen Schiffe seien „Teil eines Schattennetzwerks“ mit milliardenschweren Umsätzen gewesen, über das sich die Revolutionsgarden finanzierten, erklärte Centcom. Die Besatzungen seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen.

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab. Die Revolutionsgarden behaupteten, den US-Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien getroffen zu haben, wo Wartungseinrichtungen und ein Stationierungsort für US-Kampfflugzeuge vom Typ F-35, F-16 und F-15 beschädigt worden seien. Das US-Militär äußerte sich dazu nicht. In einer späteren Stellungnahme sprachen die Garden zudem von Angriffen auf Schiffe in der Region der Straße von Hormus, darunter US-Schiffe, Tanker und Frachter. Diese Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna zitierte die Revolutionsgarden, wonach die mit Marschflugkörpern ausgerüsteten US-Zerstörer DDG-119 und DDG-53 ins Visier genommen worden seien. Das US-Kriegsschiff, auf das die ersten Angriffe gezielt hatten, sei nicht getroffen worden. US-Beamte äußerten gegenüber dem „Wall Street Journal“ die Befürchtung, der Iran setze fortschrittlichere Waffen ein und erhalte bei der Ortung der Kriegsschiffe möglicherweise Unterstützung aus China oder Russland. Der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats im Iran, Mohsen Resai, berichtete vom erstmaligen Einsatz eines neuartigen Seezielflugkörpers und sprach im staatlichen Rundfunk von einer „wichtigen Warnung an den Feind“, dass die von den USA verhängte Seeblockade verwundbar sei.

US-Außenminister Marco Rubio warnte Teheran während eines Besuchs in Kolumbien vor weiteren Attacken: „Der Iran versucht weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und jedes Mal, wenn sie dies tun oder versuchen zu tun, werden sie Tanker verlieren.“ Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Zuvor hatten iranische Medien mehrere Explosionen vor der Insel Charg im Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus gemeldet. Auf Charg befindet sich das wichtigste Exportterminal zur Verschiffung iranischen Erdöls.

Der Iran-Experte Danny Citrinowicz warnte auf X vor einer unkontrollierbaren Eskalationsspirale. Die Führung in Teheran habe wiederholt signalisiert, dass sie auf den wachsenden Druck der USA mit weiterer Eskalation reagieren werde. Eine unbefristete Seeblockade werde der Iran nicht hinnehmen, und er werde nicht zulassen, dass ihm höhere wirtschaftliche Kosten auferlegt würden, ohne dass es die USA selbst teuer zu stehen komme. Die entscheidende Frage für die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei nicht mehr, ob der Iran reagieren werde, „sondern wie weit beide Seiten bereit sind, eine Eskalationsleiter hinaufzusteigen, die offenbar keiner von beiden kontrollieren kann“.

Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des Konflikts zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt. Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger bedeutende Meerenge weitestgehend. Vor dem Krieg war die Seestraße für den Schiffsverkehr offen. Infolge der Blockade und der Preissteigerungen in den USA steht Trump vor den Parlamentswahlen im November auch innenpolitisch stark unter Druck.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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