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Montag, 31. August 2026

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Weidel beleidigt Regierung als „Flachzangen“ und kündigt Euro-Austritt an

AfD-Chefin Alice Weidel hat im ZDF-Sommerinterview die Regierung scharf attackiert und als „Flachzangen“ bezeichnet. Sie kündigte für den Fall einer Regierungsübernahme den Austritt Deutschlands aus dem Euro und dem Schengener Abkommen an.

AfD-Chefin Alice Weidel hat die Bundesregierung im ZDF-„Sommerinterview“ scharf attackiert und ihre Politiker als „Flachzangen“ bezeichnet. „Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen und irgendwas versprechen und genau das Gegenteil von dem tun“, sagte die Co-Vorsitzende der AfD in dem Interview mit Moderator Wulf Schmiese. Deutschland werde kaputt gemacht. „Entweder sie können es nicht, oder es ist Vorsatz. Herr Merz kann es nicht. Herr Klingbeil kann es auch nicht“, richtete sie sich an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).

Weidel kritisierte zugleich die von der Union propagierte Brandmauer gegen die AfD als „das Undemokratischste, was es gibt“. Der Leidtragende sei zu Recht die CDU. „Die geht daran kaputt“, sagte sie. „Ich bin bereit, mit jedem zu arbeiten, solange er fähig ist und die Interessen in unserem Land im Auge hat. Aber ich lasse es nicht zu, dass die Menschen in unserem Land so dermaßen über den Tisch gezogen werden und angelogen werden wie von der CDU und von der SPD.“ Der CDU sagte sie voraus, sie werde „keine einzige Bundestagswahl mehr gewinnen“. Die AfD werde den Menschen zeigen, was sie könne.

Inhaltlich bekräftigte die AfD-Politikerin die Absicht ihrer Partei, im Fall einer Regierungsübernahme aus dem Euro auszusteigen und das Schengener Abkommen über prinzipiell kontrollfreien Verkehr an den Binnengrenzen zu verlassen. „Deutschland ging es deutlich besser vor der Euro-Einführung. Wir sehen eine breite Verarmung breiter arbeitender Bevölkerungsschichten“, sagte Weidel. Sie betonte, „dass wir keine Starkwährung mehr sind, sondern dass der Euro weich gemacht wird, und das mit allen Vermögensverlusten für die normale Bevölkerung“.

Bei der Migration fange das Problem an der Grenze an, sagte Weidel. „Wir werden sie zumachen, wir werden aus Schengen aussteigen, damit solche Leute wie aus Ceuta gar nicht mehr zu uns kommen“, sagte sie mit Blick auf den Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave in Marokko. Unter einer AfD-Regierung würden keine Menschen aus Afghanistan mehr nach Deutschland gebracht – „und die Syrer werden alle zurückgeführt in ihre Heimat“.

In den Meinungsumfragen liegt die AfD bundesweit um bis zu acht Prozentpunkte vor CDU und CSU. Bei der Bundestagswahl 2025 war das Verhältnis genau umgekehrt. In Ländern wie Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, ist der Abstand der AfD zur Union noch deutlich größer. Weidel gab sich entsprechend siegessicher und sprach von einer Partei auf der Siegerstraße. Das Interview wurde aus Wien übertragen, wo sich die AfD-Chefin aufhielt.

Bayerns BSW-Chef lehnte unterdessen jegliche Unterstützung der AfD strikt ab. Die Äußerungen Weidels stießen bei anderen Parteien auf scharfe Kritik. In Solingen wurde derweil der Opfer des Anschlags vom vergangenen Jahr gedacht. Die AfD-Chefin hatte in der Vergangenheit mehrfach mit provokanten Aussagen für Aufsehen gesorgt und setzt im laufenden Wahlkampf auf eine klare Abgrenzung von den etablierten Parteien.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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