Argentinien hat das zweite WM-Halbfinale der Geschichte gegen England mit 2:1 (0:0) für sich entschieden und steht damit erneut im Endspiel der Weltmeisterschaft. Die Mannschaft um Superstar Lionel Messi drehte die Partie in Atlanta mit zwei späten Toren innerhalb von sieben Minuten und bescherte den Three Lions die nächste herbe Enttäuschung in einem WM-Halbfinale. Internationale Medien feiern die Argentinier für ihre Moral und kritisieren gleichzeitig die Entscheidungen von Englands Trainer Thomas Tuchel.
England war durch ein frühes Tor in der zweiten Halbzeit in Führung gegangen und hatte das Spiel lange unter Kontrolle. Doch in der Schlussphase drehte Argentinien auf: Enzo Fernández glich zunächst aus, bevor Lautaro Martínez in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte. Messi bereitete beide Tore vor und bewies einmal mehr seine Klasse in entscheidenden Momenten. Die spanische Sportzeitung „Mundo Deportivo“ schrieb von einer „spektakulären Leistung“ des 38-Jährigen, der sein Team nach einer schwachen ersten Hälfte auf den Schultern getragen habe.
Die britische Presse reagierte mit großer Enttäuschung auf das Aus. Die „Daily Mail“ sprach von „weiterem Schmerz für England“ und betonte, dass die Three Lions nun zum dritten Mal in Folge ein WM-Halbfinale verloren hätten. Der „Daily Star“ machte vor allem Trainer Thomas Tuchel für die Niederlage verantwortlich: „Katastrophale Entscheidung von Thomas Tuchel geht gegen Argentinien nach hinten los.“ Die Zeitung kritisierte, dass sich Tuchels Mannschaft nach der Führung zu sehr zurückgezogen und Argentinien zu viel Druck zugelassen habe. Ähnlich urteilte der „Mirror“, der Tuchels Wechsel als „nach hinten losgegangen“ bezeichnete.
In Argentinien herrschte dagegen grenzenloser Jubel. „La Nación“ sprach von einem „Triumph für die Ewigkeit“ und lobte das beste Spiel der Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft. „Clarín“ berichtete von einem „Sturmlauf der Argentinier in den letzten Minuten“. Die Zeitung „Pagina12“ hob die Tore von Fernández und Martínez hervor und bezeichnete den Sieg als „heldenhaft“. Der „Buenos Aires Herald“ titelte „Bravehearts“ und würdigte den Kampfgeist der Albiceleste. Die argentinischen Medien sind sich einig: Der Weg ins Finale war hart, aber verdient.
International wird vor allem die Rolle von Lionel Messi hervorgehoben. Die italienische „Gazzetta dello Sport“ schrieb von „zwei Vorlagen von Messi und einem Tor von Lautaro in der 92. Minute“. Die spanische „Sport“ erklärte: „Er ist einfach unbesiegbar!“ und sah Messi als den entscheidenden Faktor für den Finaleinzug. Die französische „L’Équipe“ betonte, dass Argentinien erneut ein „episches Comeback“ gelungen sei. In den USA fragte „The Athletic“, ob Tuchel den Zusammenbruch Englands verursacht habe, und stellte damit die Taktik des deutschen Trainers infrage.
Die Niederlage bedeutet für England das Ende einer vielversprechenden WM-Kampagne. Der „Telegraph“ erinnerte an die vielen Demütigungen der Vergangenheit und schrieb, dass die Vorwürfe noch Jahre anhalten würden. Dabei bezog sich die Zeitung auf die Führung fünf Minuten vor Schluss, die Hoffnung auf eine Wende gemacht hatte. Argentinien dagegen blickt nun voller Vorfreude auf das Finale gegen Spanien, das am Sonntag in New York stattfindet. Die spanische „Marca“ sprach bereits von einer „Finalíssima“ und erinnerte an das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften im Finale der Europameisterschaft 2024.
Die österreichische „Kronen Zeitung“ fasste die Dramatik des Spiels zusammen: „Was war das für eine Schlacht in Atlanta!“ und hob hervor, dass Joker Martínez mit seinem Tor in der Nachspielzeit die britischen Herzen brach. Der „Kurier“ betonte, dass der Titelverteidiger auf Kurs bleibe und verdient gewonnen habe. Die Schweizer „Blick“ schrieb von einem „Tal der Tränen“ für England, während der „Tages-Anzeiger“ die „unfassbaren Argentinier“ lobte, die das Spiel gedreht hätten.
Das Finale zwischen Argentinien und Spanien verspricht ein weiteres Highlight dieser Weltmeisterschaft zu werden. Beide Mannschaften haben sich mit beeindruckenden Leistungen für das Endspiel qualifiziert. Argentinien setzt dabei auf die Erfahrung von Messi und den Kampfgeist der gesamten Mannschaft, während Spanien mit seiner spielerischen Klasse überzeugen will. Die Welt erwartet ein Duell auf höchstem Niveau.
