Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich mit Jürgen Klopp auf die wesentlichen Eckpunkte eines möglichen Vertrags als Bundestrainer verständigt. Nach einem Treffen der DFB-Führung mit dem 59-jährigen Fußballlehrer in New York bestätigte der Verband am Freitag die grundsätzliche Einigung. Damit zeichnet sich eine Lösung in der seit Wochen offenen Nachfolgefrage für Julian Nagelsmann ab.
Das Treffen in der US-Metropole fand unter größter Geheimhaltung statt. Nach Informationen mehrerer Medien trafen sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und weitere Verantwortliche mit Klopp zu einem rund vierstündigen Gespräch. Dabei wurden die finanziellen und sportlichen Rahmenbedingungen eines Engagements erörtert. Der DFB teilte anschließend mit, dass man sich auf die grundlegenden Vertragsinhalte geeinigt habe. Details nannte der Verband nicht.
Klopp, der nach seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024 eine Auszeit genommen hatte, war zuletzt als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig. Diese Position hatte er im Januar 2025 angetreten. Medienberichten zufolge soll der Vertrag mit dem österreichischen Getränkehersteller eine Ausstiegsklausel für den Fall eines Angebots des DFB enthalten. Klopp selbst hatte mehrfach betont, dass er sich eine Rückkehr auf die Trainerbank vorstellen könne, jedoch nur für eine Aufgabe, die ihn sportlich und emotional vollständig fordere.
Die Verhandlungen mit Klopp waren notwendig geworden, nachdem der DFB die Zusammenarbeit mit Julian Nagelsmann nach der Europameisterschaft 2024 nicht verlängert hatte. Nagelsmann, der die Nationalmannschaft zur EM 2024 geführt hatte, war nach dem Turnier aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Seitdem suchte der Verband nach einem Nachfolger, der das Team zur Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko führen soll. Die WM-Endrunde beginnt im Juni 2026.
Klopp gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Trainer der vergangenen zwei Jahrzehnte. Mit Borussia Dortmund gewann er zweimal die deutsche Meisterschaft und erreichte 2013 das Finale der Champions League. Beim FC Liverpool feierte er seine größten Erfolge: 2019 gewann er die Champions League, 2020 die englische Meisterschaft. Seine Fähigkeit, Mannschaften zu formen und Spieler individuell weiterzuentwickeln, wird im DFB-Umfeld als entscheidender Vorteil gesehen. Zudem genießt Klopp in der Öffentlichkeit und bei den Spielern hohes Ansehen.
Die endgültige Vertragsunterzeichnung steht noch aus. Der DFB kündigte an, in den kommenden Tagen weitere Gespräche zu führen, um die letzten Details zu klären. Dazu gehören die Vertragslaufzeit, die Höhe des Gehalts sowie die Zusammensetzung des Trainer- und Betreuerteams. Sollte die Einigung bestätigt werden, wäre Klopp der erste Bundestrainer seit Joachim Löw, der nicht aus dem eigenen Nachwuchs des DFB kommt. Löw hatte das Amt von 2006 bis 2021 inne und führte die Nationalmannschaft 2014 zum WM-Titel.
Die Reaktionen auf die mögliche Verpflichtung Klopps fallen überwiegend positiv aus. Experten und ehemalige Nationalspieler lobten die Entscheidung des DFB, einen Trainer mit internationaler Erfahrung und herausragender Reputation zu verpflichten. Kritiker weisen jedoch auf die hohen finanziellen Forderungen Klopps hin, die den Etat des Verbands belasten könnten. Der DFB hatte zuletzt mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, unter anderem aufgrund der gestiegenen Kosten für die Nationalmannschaft und der gesunkenen Einnahmen aus Länderspielen.
Die Nationalmannschaft steht vor einem Umbruch. Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde der Weltmeisterschaft 2022 in Katar und dem enttäuschenden Abschneiden bei der EM 2024 soll Klopp das Team wieder in die Weltspitze führen. Die WM 2026 gilt als erstes großes Ziel. Der DFB hofft, dass Klopp mit seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit die Mannschaft stabilisieren und eine neue Ära einleiten kann. Die offizielle Bestätigung der Einigung wird in den nächsten Tagen erwartet.
