Ein früherer Olympiateilnehmer ist in Washington wegen mutmaßlichen Vandalismus am historischen Reflecting Pool angeklagt worden. Die zuständige Jury ließ die Anklage zu und wertet den Fall als Straftat, wie Generalstaatsanwältin Jeanine Pirro mitteilte. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 67-jährigen Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.
Der Reflecting Pool ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der US-Hauptstadt. Das rund 600 Meter lange Becken erstreckt sich zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument und ist ein zentraler Anziehungspunkt für Touristen. In den vergangenen Monaten hatte es größere Aufmerksamkeit erhalten, weil Präsident Donald Trump eine umfassende Renovierung des Beckens veranlasst hatte. Ziel war es, dem Wasser einen blauen Schimmer zu verleihen und das Erscheinungsbild des Denkmals aufzuwerten.
Doch nur wenige Tage nach Abschluss der Arbeiten färbten Algen den Pool wieder grün. Trump machte dafür Vandalismus verantwortlich. Nach Darstellung der Generalstaatsanwältin riss der Angeklagte vor rund zwei Wochen einen Teil der neuen Grundierung aus dem Becken. Zumindest den Griff in das Becken habe er bereits eingeräumt. Der Mann hatte die USA dreimal im Kanuslalom bei Olympischen Spielen vertreten. Sein Name wurde zunächst nicht genannt.
Der US-Präsident rühmt sich damit, etliche Denkmäler und Parks in Washington wieder auf Vordermann zu bringen. Wer sie beschädigt, soll nach seinem Willen die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Die Renovierung des Reflecting Pools war Teil einer größeren Initiative zur Verschönerung öffentlicher Räume in der Hauptstadt. Trump hatte die Arbeiten persönlich begleitet und mehrfach auf sozialen Medien über den Fortschritt berichtet.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheit öffentlicher Denkmäler in den USA. Der Reflecting Pool ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch ein Ort von symbolischer Bedeutung. Er wurde 1923 fertiggestellt und ist Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse, darunter die berühmte Rede von Martin Luther King Jr. im Jahr 1963. Die Beschädigung des Beckens hat daher nicht nur materielle, sondern auch kulturelle Dimensionen.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Angeklagte allein handelte oder ob weitere Personen beteiligt waren. Der Prozess soll in den kommenden Wochen beginnen. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, könnte dies ein Exempel statuieren, um weitere Vorfälle dieser Art zu verhindern. Die Behörden haben angekündigt, die Überwachung des Geländes zu verstärken.
Der Fall hat auch politische Implikationen. Trump nutzt den Vorfall, um seine harte Linie gegenüber Straftätern zu unterstreichen. Kritiker werfen ihm dagegen vor, die Justiz für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Unabhängig davon bleibt der Reflecting Pool vorerst für die Öffentlichkeit zugänglich, wenn auch unter verstärkter Beobachtung.
