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FBI-Chef Patel leitet Ermittlungen gegen Journalisten aus dem Weißen Haus

FBI-Direktor Kash Patel sagte eine Reise ab und leitete im Weißen Haus Ermittlungen gegen Journalisten der New York Times, die über die neue Air Force One berichtet hatten. Die Vorladungen wurden noch am selben Abend zugestellt.

FBI-Chef Patel leitet Ermittlungen gegen Journalisten aus dem Weißen Haus
US-News: Patel ins Weiße Haus beordert – das ist der Grund
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FBI-Direktor Kash Patel hat am Freitag überraschend eine geplante Reise zu einem Konzert seiner Freundin, der Countrysängerin Alexis Wilkins, abgesagt und wurde ins Weiße Haus beordert. Dort leitete er nach einem Bericht der „New York Times“ rund acht Stunden lang Ermittlungen gegen Journalisten, die über die neue „Air Force One“ berichtet hatten. Die Vorladungen für mehrere Reporter der Zeitung wurden noch am Freitagabend zugestellt, sie sollen bereits nächste Woche vor einer Grand Jury aussagen.

Auslöser der Ermittlungen waren Artikel über den von Katar gespendeten Präsidentenjet. Das Flugzeug verfügt laut „New York Times“ nicht über dieselben Schutz- und Abwehrsysteme wie die bisherige „Air Force One“, darunter etwa Raketenabwehr. US-Präsident Donald Trump war Anfang der Woche mit dem Jet zu einem Nato-Treffen in die Türkei geflogen, musste auf Drängen des Secret Service für einen Teil der Rückreise jedoch auf das ältere Präsidentenflugzeug umsteigen. Trump soll über die Berichterstattung außer sich vor Wut gewesen sein.

Dass Patel die Untersuchung nicht aus dem FBI-Hauptquartier, sondern aus dem Weißen Haus heraus leitete und Journalisten binnen weniger Tage vorgeladen wurden, ist höchst ungewöhnlich. Beobachter werten dies als Zeichen dafür, wie eng das FBI unter der Trump-Regierung mit dem Weißen Haus zusammenarbeitet. Die genauen Gründe für die Anordnung, Patel solle seine Reise absagen, sind nicht vollständig bekannt. Die US-Nachrichtenseite MSNow berichtete unter Berufung auf interne Quellen, dass hochrangige Vertreter der Trump-Regierung mit Patel unzufrieden gewesen seien. Einige hätten es als beunruhigend empfunden, dass der FBI-Direktor die Stadt verließ, während der Konflikt mit dem Iran wieder aufgeflammt war und angebliche Morddrohungen gegen den Präsidenten vorlagen.

Steven Cheung, der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, wies die Berichte über Patels Abberufung als „komplett falsch“ zurück. Patel selbst schrieb auf der Plattform X zu einer Fotomontage, die ihn neben einem Jetski und Golfschlägern zeigte: „Nö, mein Jetski ist vergoldet. Blödsinn. Deine Aufgabe ist es, zu lügen. Meine ist es, das amerikanische Volk zu schützen – und das Geschäft läuft gut.“ Die Auseinandersetzung zwischen dem FBI-Direktor und den Medien zeigt die angespannte Beziehung zwischen der Regierung und der Presse.

Unterdessen gibt es weitere Entwicklungen in der US-Politik. Der republikanische Senator Lindsey Graham ist am Samstagabend im Alter von 71 Jahren an einer „kurzen und plötzlichen Erkrankung“ gestorben. Graham, einst ein scharfer Kritiker Trumps, war später zu einem engen Vertrauten des Präsidenten geworden und hatte ihn in zentralen Fragen beeinflusst. Trump reagierte auf den Tod des Senators.

Verteidigungsminister Pete Hegseth drängt auf eine konsequentere Durchsetzung seiner verschärften Bartregeln beim Militär. Auslöser war laut CNN ein Besuch auf einem Marineschiff im Juni, bei dem Hegseth mehrere Seeleute mit Bärten gesehen haben soll – obwohl seine im vergangenen Jahr verschärften Vorgaben Ausnahmen deutlich einschränken. Nach dem Besuch habe der Minister intern mehr Tempo bei der Umsetzung seiner Personalvorgaben eingefordert. „Der Kriegsminister hat euch im Blick“, heißt es demnach in einer internen E-Mail. Hegseth hatte die strengeren Vorschriften im vergangenen September mit den Worten angekündigt: „No more beardos“ (deutsch etwa: Keine Bärtigen mehr). Damals begründete er die Änderungen unter anderem mit Sicherheitsrisiken: Bärte könnten im Ernstfall den dichten Sitz von Schutzmasken beeinträchtigen. Ein Pentagon-Sprecher erklärte laut CNN, Hegseth erwarte von allen Soldaten die Einhaltung einheitlicher Standards bei Erscheinungsbild, Fitness und Disziplin.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit Vernichtung gedroht, sollte das Regime in Teheran einen Anschlag auf ihn planen. „1.000 Raketen sind einsatzbereit und auf die Islamische Republik Iran gerichtet. Tausende weitere würden unverzüglich folgen, sollte die iranische Regierung ihre in vielen Teilen der Welt ausgesprochene Drohung wahrmachen und den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ermorden oder einen Mordanschlag auf ihn verüben“, schrieb er auf Truth Social. Die Drohung erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen den USA und dem Iran.

Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat in den vergangenen Wochen die Zahl an Verhaftungen weiter erhöht. Allerdings wirft der Tod eines Migranten Fragen auf. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump weicht zudem den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten auf. Die entsprechende Neuregelung des Artenschutzgesetzes wurde am Freitag beschlossen, wie das Innenministerium in Washington mitteilte. Naturschützer reagierten entsetzt und warnten, dass dadurch der Zerstörung von Lebensräumen Tür und Tor geöffnet werde. Der sogenannte Endangered Species Act (ESA) aus dem Jahr 1973 regelt den Schutz bedrohter und gefährdeter Arten. Das Gesetz sei jahrelang überdehnt und „missbraucht“ worden, erklärte Innenminister Doug Burgum.

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.