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Flensburger Rüstungsfirma FFG wird für 1,6 Milliarden Euro an Deutz verkauft

Der Kölner Motorenhersteller Deutz übernimmt die Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG) für rund 1,6 Milliarden Euro. Die FFG produziert Schützenpanzer und Militärtransporter für die Bundeswehr. Die Eigentümerfamilie bleibt als Ankeraktionär an Bord.

Flensburger Rüstungsfirma FFG wird für 1,6 Milliarden Euro an Deutz verkauft
Panzer und Transporter: Flensburger Rüstungsfirma FFG vor Übernahme durch Deutz
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Der Kölner Motorenhersteller Deutz übernimmt die Flensburger Rüstungsfirma FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH für rund 1,6 Milliarden Euro. Wie Deutz mitteilte, wurde eine entsprechende Vereinbarung mit der Eigentümerfamilie der FFG geschlossen. Der Kaufpreis soll teilweise in neuen Deutz-Aktien beglichen werden.

Die FFG ist ein Spezialist für militärische Fahrzeuge. Das Unternehmen produziert, wartet und modernisiert Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und andere Militärfahrzeuge. Zu den Kunden zählt unter anderem die Bundeswehr. Die FFG beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.100 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 760 Millionen Euro. Die Firma ist profitabel, genaue Gewinnzahlen wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Mit der Übernahme stärkt Deutz seine noch kleine Rüstungssparte. Der Motorenhersteller produziert bereits Motoren für einen polnischen Truppentransporter sowie Hilfsmotoren für Panzer. Im vergangenen Jahr kaufte Deutz zudem einen Drohnen-Zulieferer, dessen Elektroantriebe und Steuerantriebe in Drohnen verbaut werden, die von der ukrainischen Armee genutzt werden. Deutz-Chef Sebastian Schulte erklärte, dass das Unternehmen zusammen mit FFG zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen werde.

Die jetzige Eigentümerfamilie der FFG bleibt als neuer Ankeraktionär von Deutz an Bord. Sie soll künftig 29,9 Prozent der Anteile an dem Kölner Konzern halten. Norbert Erichsen, Sprecher des Gesellschafterkreises der FFG, sagte: „Mit dem strategischen Zusammenschluss mit Deutz stellen wir die Weichen für die nächsten Generationen. Gleichzeitig entsteht ein deutscher wehrtechnischer Industrieverbund, der die Stärken beider Unternehmen bündelt und ihre gemeinsame Entwicklung langfristig vorantreibt.“

Die Zustimmung der Deutz-Hauptversammlung steht noch aus. Zudem fehlt noch das grüne Licht der Kartellbehörden. Für Deutz ist es der größte Zukauf in der mehr als 160-jährigen Firmengeschichte. Das Unternehmen gilt als ältester Motorenbauer der Welt. Deutz kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Für dieses Jahr rechnete die Firma im Mai mit einem Umsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen strebt für 2030 einen Umsatz von vier Milliarden Euro an. Nach dem Zukauf der FFG soll dieses Ziel nun früher erreicht werden.

Deutz stellt vor allem Verbrennungsmotoren für schweres Gerät her, etwa für Kräne, Hebebühnen und Landmaschinen. Die Firma gilt als ein Profiteur der geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in die Infrastruktur. Auch Generatoren und Notstromanlagen sind im Sortiment. Diesen Bereich stärkte Deutz zuletzt mit weiteren Zukäufen. Die Mitarbeiterzahl lag Ende März bei 6.014 und damit etwa 500 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Rüstungsbranche boomt, und die FFG macht dabei gute Geschäfte. Die Übernahme durch Deutz ist ein weiteres Zeichen für die wachsende Bedeutung der Wehrtechnik in Deutschland. Die Kombination der beiden Unternehmen soll Synergien heben und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und der Zustimmung der Aktionäre.

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.