Zum Inhalt springen
Среда, 29. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
Grenzah

Nachrichten über Grenzen hinweg — präzise, nah und im Zusammenhang.

Sport

Frankreich besiegt Marokko und erreicht WM-Halbfinale

Frankreich hat das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erreicht. Der Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale mit 2:0 gegen Marokko durch. Kylian Mbappé traf nach einem verschossenen Elfmeter und bereitete das zweite Tor vor.

Frankreich besiegt Marokko und erreicht WM-Halbfinale
USA - Fußball-Weltmeisterschaft: Frankreich besiegt Marokko und steht im WM-Halbfinale
Grenzah AudioBereit
0:00 / 0:00

Frankreich hat zum dritten Mal in Folge das Halbfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Der große Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale mit 2:0 (0:0) gegen Marokko durch und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Spanien und Belgien, das an diesem Freitag in Inglewood bei Los Angeles steigt. Vor 63.811 Zuschauern in Foxborough war die Équipe Tricolore über weite Strecken das klar bessere Team, verzweifelte aber lange an Marokkos starkem Torhüter Bono.

Kylian Mbappé war erneut der große Matchwinner für Frankreich. Der Superstar von Real Madrid erzielte in der 60. Minute per Traumtor die Führung und bereitete den zweiten Treffer durch Ousmane Dembélé (66.) vor. „Wir sind im Halbfinale, wir sind zuversichtlich. Der Weg ist noch lang. Es wird noch härter werden. Aber wir sind bereit“, sagte Mbappé nach der Partie. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier. Mbappé hat nun insgesamt 20 WM-Tore, nur eines weniger als Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien.

Dabei lief es für Mbappé zunächst nicht nach Plan. In der ersten Halbzeit scheiterte er mit einem Strafstoß an Marokkos überragendem Keeper Bono. Der 35-jährige Bono war schon nach wenigen Minuten bei einem Schuss von Mbappé und einem Kopfball von Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano zur Stelle und wurde dann immer stärker. In der 28. Minute hielt Bono sogar den Elfmeter von Mbappé. Die Szene verlief aus Sicht des Schützen aber auch extrem unglücklich, da ein vorangegangener Zweikampf zwischen Marokkos Achraf Hakimi und Frankreichs Désiré Doué erstaunlich lange überprüft wurde. Mbappé stand am Punkt bereit, wartete und wartete – und scheiterte schließlich. Bonos Elfer-Statistik bei Weltmeisterschaften ist bemerkenswert: Von neun Schützen konnten ihn gerade mal zwei überwinden. Viermal parierte er, dreimal wurde anderweitig vergeben.

Die Franzosen versuchten es wieder und wieder. Ein Schlenzer von Ousmane Dembélé flog am Tor vorbei (33.), Doué brachte die Kugel aus guter Position nicht an Bono vorbei (35.), Lucas Digne hämmerte sie an die Latte (45.+2). Marokko blieb offensiv erstaunlich blass. Die Nordafrikaner mussten zwar den angeschlagenen Ismael Saibari, der ab der kommenden Saison für Bayern München spielt, draußen lassen. Dennoch war es im Angriff viel zu wenig. Kurz nach der Pause ließ Marokko eine vielversprechende Konterchance liegen, dann übernahmen wieder die Franzosen das Kommando. Mbappé tauchte nach einem guten Antritt von Bayern-Star Michael Olise plötzlich frei vor Bono auf, jagte den Ball aber deutlich über das Tor und stand ohnehin im Abseits (56.).

Und dann war es doch soweit: Mbappé erlöste sich und seine Franzosen – und wie. Von der Strafraumgrenze aus schlenzte der Stürmer von Real Madrid den Ball herrlich ins rechte Eck. Bono konnte diesmal nur noch hinterherschauen. Der Bann war gebrochen, Dembélé entschied die Partie mit einem Flachschuss. Nationaltrainer Didier Deschamps wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: „Wir haben eine Reihe von super Spielern, aber leicht ist es nie. Ein verschossener Elfmeter, viele vergebene Chancen, aber wenn du einen Kylian in der Mannschaft hast, musst du dir keine großen Sorgen machen.“

Nach seiner Auswechslung in der 77. Minute musste Mbappé seinen Knöchel kühlen, nachdem er in der zweiten Halbzeit einmal übel gefoult worden war. Der lädierte Knöchel bereitet offenbar keine Sorgen. „Ich habe einen Schlag auf den Knöchel bekommen, aber es ist okay“, sagte Mbappé. Marokko, das 2022 als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, wirkte über weite Strecken überfordert. Die Franzosen waren in der Hitze von Foxborough von Anfang an das dominierende Team. Die Diskussion über die Schiedsrichter-Leistungen bei diesem Turnier dürfte nach der umstrittenen Elfmeter-Szene weitergehen. Frankreich steht nun im Halbfinale und wartet auf den Gegner aus der Partie Spanien gegen Belgien.

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.