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Julian Nagelsmann steht vor Rücktritt als Bundestrainer

Nach dem WM-Aus gegen Paraguay steht Julian Nagelsmann offenbar vor dem Rücktritt als Bundestrainer. Der DFB-Aufsichtsrat tagt am Freitag, um über die Zukunft des 38-Jährigen sowie von Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig zu beraten. Als Nachfolgekandidat gilt Jürgen Klopp, dessen Vertragssituation bei Red Bull jedoch kompliziert ist.

Julian Nagelsmann steht vor Rücktritt als Bundestrainer
Fußball-Nationalmannschaft: Nagelsmann-Rücktritt: DFB-Aufsichtsrat tagt
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht vor einem personellen Umbruch nach dem enttäuschenden WM-Aus der Nationalmannschaft. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wird Bundestrainer Julian Nagelsmann noch am Freitag seinen Rücktritt erklären. Der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung des DFB kamen am Vormittag zu einer Krisensitzung per Videoschalte zusammen, um über die Konsequenzen aus dem Scheitern im Sechzehntelfinale gegen Paraguay zu beraten.

Nagelsmann war mit der deutschen Auswahl am Montag im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert und damit bereits in der ersten K.o.-Runde der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Unmittelbar nach dem Spiel hatte der 38-Jährige einen Rücktritt noch ausgeschlossen und betont: «Ich bin keiner, der wegläuft.» Doch nach einem Treffen mit der DFB-Spitze am Donnerstag in Frankfurt am Main soll ihm der Verband diesen Schritt nahegelegt haben. Laut übereinstimmenden Berichten von Sky und der «Bild»-Zeitung sei Nagelsmann zu der Entscheidung gekommen, sein Amt niederzulegen.

Der Vertrag des Bundestrainers läuft eigentlich bis zur Europameisterschaft 2028. Doch nach dem frühen WM-Aus in den USA, wo die deutsche Mannschaft in Foxborough (Massachusetts) gegen Paraguay verlor, ist das Vertrauen in die sportliche Führung offenbar erschüttert. Die DFB-Gremien beraten nicht nur über Nagelsmanns Zukunft, sondern auch über die von Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig. Beide stehen ebenfalls in der Kritik, nachdem die Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren bei großen Turnieren immer wieder früh gescheitert ist.

Als Topkandidat für die Nachfolge von Nagelsmann gilt seit Tagen Jürgen Klopp. Der 59-Jährige ist derzeit als Experte für MagentaTV in den USA im Einsatz und hat eine bewegte Trainerkarriere hinter sich. Mit Borussia Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister, mit dem FC Liverpool gewann er 2019 die Champions League und 2020 die englische Meisterschaft. Seit Januar 2025 ist Klopp jedoch als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig, was seine Vertragssituation als nicht einfach erscheinen lässt. Die Verhandlungen mit dem österreichischen Getränkehersteller könnten sich als Hürde erweisen, sollte der DFB Klopp verpflichten wollen.

Der DFB-Aufsichtsrat, dem unter anderem Vorsitzender Alexander Wehrle, Bundesliga-Boss Marc Lenz und die ehemalige Nationalspielerin Celia Sasic angehören, tagt gemeinsam mit der Gesellschafterversammlung. Letztere setzt sich aus DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Oliver Leki, Hans-Joachim Watzke und Ronny Zimmermann zusammen. Die Runde muss nicht nur über die Trainerfrage entscheiden, sondern auch über die künftige sportliche Ausrichtung des Verbandes.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihr erstes Länderspiel nach der WM am 24. September in den Niederlanden zum Start in die Nations League. Weitere Gruppengegner bis zum Jahresende sind Griechenland und Serbien. Wer bis dahin auf der Trainerbank sitzt, ist noch offen. Sollte Nagelsmann tatsächlich zurücktreten, müsste der DFB schnell eine Lösung finden, um die Mannschaft auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Die Zeit drängt, denn die Nations League bietet die Chance auf eine sportliche Rehabilitation nach dem WM-Debakel.

Nagelsmanns Bilanz als Bundestrainer ist durchwachsen. Er übernahm das Amt im September 2023 von Hansi Flick und führte die Mannschaft zur Heim-EM 2024, wo man im Viertelfinale gegen Spanien ausschied. Bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko war bereits im Sechzehntelfinale Schluss. Die Erwartungen an den jungen Trainer waren hoch, doch die Ergebnisse blieben hinter den Hoffnungen zurück. Nun zeichnet sich ein personeller Neuanfang ab, der den deutschen Fußball nachhaltig verändern könnte.

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.