Die 21 Jahre alte Linda Noskova hat das tschechische Endspiel von Wimbledon gewonnen und ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Vor den Augen von Prinzessin Kate, die als Schirmherrin des Turniers in der Royal Box saß, setzte sich die Nummer 12 der Tennis-Welt nach einem dramatischen Verlauf mit 6:2, 5:7, 6:3 gegen Karolina Muchova durch. Das reine Ergebnis spiegelt die Spannung des Matches nur unzureichend wider.
Noskova begann das Finale vor rund 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court überlegen und führte bereits mit 6:2, 5:2. Sie schien auf dem Weg zu einem ungefährdeten Sieg, als sie plötzlich die Nerven verlor. Bei einem Matchball unterlief ihr ein Doppelfehler, und sie konnte insgesamt fünf Matchbälle im zweiten Durchgang nicht nutzen. Muchova kämpfte sich zurück, gewann fünf Spiele in Serie und holte sich den zweiten Satz mit 7:5.
Doch Noskova ließ sich nicht entmutigen. Sie fand im dritten Satz zu ihrem Rhythmus zurück und entschied das Match nach 2 Stunden und 28 Minuten für sich. Nach dem verwandelten Matchball ließ sie ihren Schläger fallen und sackte auf den Rasen. „Es ist nie leicht, den letzten Punkt zu bekommen. Wie du gesagt hast, wir sind Freunde“, sagte Noskova nach dem Spiel. „Ich bin so glücklich, dass ich mein erstes Finale gegen dich spielen konnte. Ich denke, wir haben Geschichte geschrieben.“
Mit ihrem Triumph krönte sich Noskova zur jüngsten Wimbledon-Siegerin seit 15 Jahren. 2011 hatte Petra Kvitova ebenfalls als 21-Jährige den Rasenklassiker gewonnen. Noskova ist die dritte tschechische Siegerin in den vergangenen vier Jahren, nach Marketa Vondrousova (2023) und Barbora Krejcikova (2024). Tschechinnen haben damit eine beeindruckende Dominanz in Wimbledon etabliert.
Für Muchova war es die zweite Niederlage in einem Grand-Slam-Finale. Die 29-Jährige hatte bereits 2023 bei den French Open gegen Iga Swiatek verloren. Nach dem Match kämpfte sie mit den Tränen und scherzte bei der Siegerehrung: „Ich starte mit Linda, meine Ex-Freundin. Ich mache natürlich Spaß.“ Sie fügte hinzu: „Du bist so jung, es war dein erstes Finale. Wie du damit umgegangen bist, ist unglaublich. Du verdienst es.“ Muchova tröstete sich mit einem Preisgeld von rund 2,1 Millionen Euro, während Noskova eine Rekordprämie von etwa 4,2 Millionen Euro erhielt.
Die beiden Spielerinnen kennen sich gut und spielten 2024 bei den Olympischen Spielen in Frankreich zusammen Doppel. Beide hatten auf dem Weg ins Finale jeweils einen Matchball abwehren müssen und waren mit Titelgewinnen in der Wimbledon-Vorbereitung angereist: Noskova siegte in Berlin, Muchova in Bad Homburg. Das Finale war das erste Grand-Slam-Endspiel der Profi-Ära seit 1968 zwischen zwei Tschechinnen.
Noskova bedankte sich bei der Siegerehrung besonders bei ihrer Mutter: „Ich möchte auch meiner Mutter danken. Ich würde hier definitiv nicht ohne sie stehen“, sagte sie und richtete ihren Blick gen Himmel. Der emotionale Moment unterstrich die Bedeutung des Erfolgs für die junge Spielerin, die nun als eine der vielversprechendsten Talente im Frauentennis gilt.
