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Luis Figo kritisiert portugiesische Nationalmannschaft scharf

Der portugiesische Fußballstar Luis Figo hat die Leistung der portugiesischen Nationalmannschaft kritisiert und fordert Veränderungen vor der WM 2026.

Luis Figo kritisiert portugiesische Nationalmannschaft scharf
WM 2026: Aktuelle News rund um die Fußball-Weltmeisterschaft
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Der portugiesische Fußballstar Luis Figo hat die aktuelle Entwicklung der portugiesischen Nationalmannschaft scharf kritisiert. In einem Interview äußerte sich der ehemalige Weltfußballer besorgt über die sportliche Ausrichtung und die mangelnde Konstanz des Teams. Seine Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, da sich Portugal auf die Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 vorbereitet, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird.

Figo, der 127 Länderspiele für Portugal bestritt und 2001 zum Weltfußballer gewählt wurde, bemängelte insbesondere die fehlende taktische Disziplin und die unzureichende Nutzung des vorhandenen Spielerpotenzials. Er betonte, dass die Mannschaft trotz herausragender Einzelkönner wie Cristiano Ronaldo, Bruno Fernandes und Bernardo Silva nicht in der Lage sei, ihr volles Leistungsvermögen abzurufen. Dies sei besonders in entscheidenden Spielen bei großen Turnieren sichtbar geworden.

Die portugiesische Nationalmannschaft hat in den letzten Jahren eine wechselhafte Bilanz vorzuweisen. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2016 und der Nations League 2019 folgten Enttäuschungen bei der WM 2022 in Katar, wo Portugal im Viertelfinale gegen Marokko ausschied. Figo kritisierte, dass die Mannschaft seitdem keine klare spielerische Identität entwickelt habe und die Trainerwechsel zu einer Instabilität geführt hätten.

Der ehemalige Star des FC Barcelona und von Real Madrid forderte eine grundlegende Neuausrichtung der Nachwuchsarbeit und der Spielphilosophie. Er verwies auf die erfolgreichen Systeme anderer Nationen wie Frankreich oder Spanien, die über Jahre hinweg auf eine einheitliche Spielidee setzen. Portugal müsse dringend eine langfristige Strategie verfolgen, um nicht den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren.

Die Kritik Figos fällt in eine Phase, in der der portugiesische Verband (FPF) die Weichen für die Zukunft stellt. Der aktuelle Nationaltrainer Roberto Martínez steht unter Druck, nachdem die Mannschaft in der Nations League 2024/25 nur durchwachsene Ergebnisse erzielte. Die Qualifikation für die WM 2026 beginnt für Portugal im kommenden Jahr, und die Erwartungen im Land sind hoch. Figo mahnte, dass die Zeit für Experimente vorbei sei und nun Ergebnisse her müssten.

Die Diskussion um die portugiesische Nationalmannschaft wird auch von der Frage nach der Rolle von Cristiano Ronaldo begleitet. Der 39-jährige Superstar spielt weiterhin eine zentrale Rolle im Team, doch seine Zukunft nach der WM 2026 ist ungewiss. Figo äußerte sich nicht direkt zu Ronaldo, betonte jedoch, dass die Mannschaft sich nicht auf einzelne Spieler verlassen dürfe, sondern als Kollektiv funktionieren müsse.

Die WM 2026 wird die erste Weltmeisterschaft mit 48 teilnehmenden Nationen sein. Das Turnier verspricht eine neue Dimension des Wettbewerbs, da erstmals drei Länder als Gastgeber fungieren. Für Portugal wäre es die neunte Teilnahme an einer WM-Endrunde. Die bisher beste Platzierung war der dritte Platz 1966, als Figos Idol Eusébio das Team anführte. Seitdem wartet Portugal auf einen erneuten Einzug ins Halbfinale.

Figos Kritik wird in Portugal kontrovers diskutiert. Während einige Experten seine Analyse teilen, werfen andere ihm vor, die Arbeit des Trainerteams und der Spieler zu unterschätzen. Der Verband hat bisher nicht offiziell auf die Aussagen reagiert. Allerdings deuteten interne Quellen an, dass man die Kritik ernst nehme und an einer Verbesserung der Strukturen arbeite.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Portugal die Wende schafft. Die Nations League und die anstehenden Freundschaftsspiele bieten Gelegenheit, die von Figo angemahnten Defizite zu beheben. Die Fans im Land hoffen, dass die Mannschaft rechtzeitig zur WM 2026 in Form kommt und an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen kann.

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.