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Marco Sturm hält Christian Ehrhoff für geeigneten Kandidaten als DEB-Bundestrainer

Der frühere Bundestrainer Marco Sturm hat sich für die Nachfolge von Harold Kreis beim Deutschen Eishockey-Bund ausgesprochen und den früheren Nationalspieler Christian Ehrhoff als möglichen Kandidaten ins Gespräch gebracht.

Marco Sturm hält Christian Ehrhoff für geeigneten Kandidaten als DEB-Bundestrainer
Eishockey: Sturm kann sich Ehrhoff in DEB-Funktion sehr gut vorstellen
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Der frühere Bundestrainer Marco Sturm hat sich in die Debatte um die Nachfolge von Harold Kreis beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) eingeschaltet und dabei den früheren Nationalspieler Christian Ehrhoff als vielversprechenden Kandidaten genannt. „Er war nicht nur ein großartiger Sportler oder Eishockey-Spieler. Er hat eine gewisse Präsenz, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Egal in was für einer Rolle für die deutsche Mannschaft“, sagte Sturm am Rande einer Ehrung in München. Der 47-Jährige, der das deutsche Nationalteam 2018 zu Olympia-Silber führte, wurde dort von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Sturm verwies darauf, dass der Kreis möglicher deutscher Trainer für eine solche Position begrenzt sei. „Wir haben leider nicht die Masse an Gesichtern, an Trainern, die vielleicht das alles so leiten können. Deswegen ist der deutsche Kreis sehr klein. Und wenn man dann diesen kleinen Kreis anschaut, dann sind es natürlich die drei Namen für mich“, sagte der gebürtige Dingolfinger. Neben Ehrhoff nannte Sturm auch Marcel Goc und Korbinian Holzer als weitere Optionen. „Wir haben auch noch mit Marcel Goc oder auch mit Korbi Holzer noch andere, die vielleicht Möglichkeit haben. Aber generell finde ich den Namen ja auch schon mal gut“, so Sturm weiter.

Ehrhoff, der 2004 mit den San Jose Sharks in die NHL einstieg und später unter anderem für die Vancouver Canucks, Buffalo Sabres und Chicago Blackhawks spielte, war ein zentraler Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft, die 2018 in Pyeongchang die Silbermedaille gewann. Sturm trainierte das Team damals als Cheftrainer und erlebte Ehrhoff als Führungsspieler in der Verteidigung. Der 43-jährige Ehrhoff beendete seine aktive Karriere 2018 und hat seitdem erste Erfahrungen im Management gesammelt, unter anderem als Berater bei den Kölner Haien in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Die Suche nach einem neuen Bundestrainer war notwendig geworden, nachdem Harold Kreis nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft in der Schweiz seinen Posten räumen musste. Das deutsche Team hatte dort wie schon 2025 das Minimalziel Viertelfinale verpasst. Kreis, der die Mannschaft 2023 noch zum Vizeweltmeistertitel geführt hatte, zahlte damit den Preis für die ausbleibenden Erfolge. Die nächste Weltmeisterschaft findet 2027 in Deutschland statt, was die Dringlichkeit einer schnellen und richtigen Personalentscheidung erhöht.

Sturm selbst, der seit einem Jahr als Assistenztrainer bei den Boston Bruins in der National Hockey League (NHL) arbeitet, steht für eine Rückkehr zum DEB nicht zur Verfügung. Er betonte jedoch, dass er die Entwicklung des deutschen Eishockeys weiterhin aufmerksam verfolge und sich über die Nominierung von Ehrhoff oder anderen ehemaligen Nationalspielern freuen würde. „Es ist wichtig, dass wir Leute haben, die das System kennen und die Spieler verstehen“, sagte Sturm.

Die Personalie Ehrhoff wird in deutschen Eishockey-Kreisen seit Wochen diskutiert. Der gebürtige Moerser, der in seiner NHL-Karriere über 800 Spiele absolvierte, gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Verteidiger aller Zeiten. Seine Erfahrung aus der stärksten Liga der Welt und seine Führungsqualitäten könnten ihm bei der Bewerbung um den Bundestrainerposten zugutekommen. Allerdings hat Ehrhoff bisher keine Erfahrung als Cheftrainer auf höchstem Niveau vorzuweisen, was einige Kritiker als Manko ansehen.

Neben Ehrhoff werden auch Marcel Goc und Korbinian Holzer als mögliche Kandidaten gehandelt. Goc, der ebenfalls eine lange NHL-Karriere hinter sich hat, arbeitet derzeit als Co-Trainer bei den Adler Mannheim in der DEL. Holzer, der zuletzt für die Düsseldorfer EG spielte, hat seine aktive Laufbahn beendet und erste Schritte im Trainerbereich unternommen. Sturm betonte, dass alle drei über das nötige Fachwissen und die Persönlichkeit verfügten, um das Amt auszufüllen.

Die Entscheidung über die Nachfolge von Kreis wird in den kommenden Wochen erwartet. Der DEB hat angekündigt, die Position zeitnah zu besetzen, um eine optimale Vorbereitung auf die Heim-WM im nächsten Jahr zu gewährleisten. Die Wahl des neuen Bundestrainers wird maßgeblich darüber entscheiden, ob das deutsche Team an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Nach dem Olympia-Silber 2018 und dem Vizeweltmeistertitel 2023 sind die Erwartungen an die Nationalmannschaft gestiegen.

Sturm selbst bleibt eine prägende Figur des deutschen Eishockeys. Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wurde nun auch sein gesellschaftliches Engagement gewürdigt. Der gebürtige Niederbayer, der 1997 in die NHL wechselte und dort für mehrere Teams spielte, hat sich immer wieder für den Nachwuchs und die Entwicklung des Sports in Deutschland eingesetzt. Seine Aussagen zur Bundestrainersuche zeigen, dass er die Zukunft des deutschen Eishockeys weiterhin aktiv mitgestalten will – auch wenn er selbst nicht mehr an der Bande stehen wird.

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.