Zum Inhalt springen
Среда, 29. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
Grenzah

Nachrichten über Grenzen hinweg — präzise, nah und im Zusammenhang.

Sport

Max Kanter sprintet bei Tour de France auf Platz zwei

Max Kanter hat bei der fünften Etappe der Tour de France den zweiten Platz belegt und sich damit für weitere Sprintchancen empfohlen. Der 28-jährige Deutsche zeigte sich nach dem hektischen Finale zufrieden, aber auch ehrgeizig, den ersten Etappensieg zu holen.

Max Kanter sprintet bei Tour de France auf Platz zwei
Tour de France: Bittersüß: Kanter sprintet auf Platz zwei und will mehr
Grenzah AudioBereit
0:00 / 0:00

Max Kanter hat bei der Tour de France seine Ambitionen auf einen ersten Etappensieg untermauert. Der 28-jährige Deutsche sprintete am Mittwoch auf der fünften Etappe von Saint-Jean-de-Luz nach Pau auf den zweiten Platz und musste sich nur dem Niederländer Olav Kooij geschlagen geben. „Ich habe großes Vertrauen in meine Jungs und ich habe einen ordentlichen Sprint. Und wenn alles zusammenkommt, können wir auch eine Etappe gewinnen“, sagte Kanter nach dem Rennen.

Das Finale der 158,3 Kilometer langen Etappe war von Nervosität und einem Sturz kurz vor dem Ziel geprägt. Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel kamen mehrere Fahrer nach einer Kurve zu Fall. „Es war ziemlich nervös im Feld. Jeder wollte vorne fahren, weil es halt einige Kreisverkehre, einige Inseln im Finale gab. Da ist es immer vorprogrammiert, dass Stürze entstehen, und dadurch ist es extrem stressig gewesen, und jeder wollte in der richtigen Position sein“, schilderte Kanter die Situation. „Man muss da ein bisschen den Kopf ausschalten, um ehrlich zu sein. Und halt auch manchmal hoffen, dass einfach alles gut geht.“

Am Ende fuhr nur eine kleinere Gruppe gemeinsam auf die Zielgerade zu. Der Belgier Tim Merlier wurde Dritter. Die deutschen Sprinter Pascal Ackermann und Phil Bauhaus, der seinen 32. Geburtstag feierte, kamen nicht in die Top Ten. Kanter selbst zeigte sich trotz der verpassten Chance optimistisch. „Natürlich ist es immer bittersweet, Zweiter zu werden. Aber ich glaube, darauf können wir aufbauen“, sagte der Brandenburger bei Eurosport. „Ich bin eigentlich ein relativ konstanter Sprinter, kann immer wieder Topplatzierungen einfahren, und dann gucken wir mal.“

In der Wertung für das Grüne Trikot des besten Sprinters liegt Kanter derzeit auf Rang drei. Der starke zweite Platz war seine erste Chance auf einen Etappensieg bei der Tour de France. Am Mannschaftsbus klatschte er mit seinen Kollegen und auch Teamchef Alexander Winokurow ab. „Mein Team hat einen super Job gemacht, die Beine waren gut heute“, ergänzte er.

In der Gesamtwertung gab es am Tag vor der nächsten schweren Bergetappe in den Pyrenäen trotz des Sturzes keine großen Veränderungen an der Spitze. Der Norweger Torstein Træen, der sich das Gelbe Trikot am Dienstag als Teil einer Fluchtgruppe gesichert hatte, stürzte vorher auf der Etappe, verlor aber keine Zeit und verteidigte seine Führung. Die Top-Favoriten Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard liegen mit 7:53 Minuten Rückstand auf Rang vier und fünf. Der deutsche Jungstar Florian Lipowitz bleibt Elfter mit 8:46 Minuten hinter Træen.

Die fünfte Etappe war nach vier schweren Tagen zum Start das erste Teilstück, das auf die Sprinter ausgerichtet war. Solche Etappen sind in den vergangenen Jahren von den Planern seltener als früher ins Programm genommen worden, auch weil der Ablauf in der Regel erst am Ende Spannung verspricht. Es gab keine größeren Anstiege, nur eine kurze Bergwertung der dritten Kategorie stand auf dem Programm. Pau ist ein traditionsreicher Etappenort der Tour, oft mit einer Chance für die schnellen Männer. Die Deutschen Marcel Kittel, Erik Zabel und Dietrich Thurau haben in der Stadt im Vorland der Pyrenäen schon Siege geholt.

Nach der extremen Hitze am Vortag war es am Mittwoch etwas kühler, aber immer noch deutlich über 30 Grad und schwül. Der Franzose Baptiste Veistroffer hatte vor dem Start eine Attacke angekündigt und setzte seinen Vorsatz direkt nach dem Start um. Auf dem Weg durch die Sonnenblumenfelder der Region fuhr er schnell einen Vorsprung von rund drei Minuten auf das Hauptfeld heraus, das ihn zunächst gewähren ließ. Die Mannschaft vom Gesamtführenden Træen leistete zunächst die Führungsarbeit, ehe die Teams von Jasper Philipsen und später Merlier übernahmen und den Abstand kontrollierten. 14 Kilometer vor dem Ziel war die Flucht von Veistroffer beendet.

Die Sprinter haben am Freitag in Bordeaux erneut eine Chance. Zuvor sind aber wieder die Favoriten und Bergfahrer gefragt. Auf der schwierigsten Etappe der Pyrenäen zwischen Pau und Gavarnie-Gèdre stehen am Donnerstag 4.100 Höhenmeter auf dem Programm, darunter der legendäre Col du Tourmalet als Bergwertung der höchsten Kategorie. Der Schlussanstieg nach Gavarnie-Gèdre ist mehr als 18 Kilometer lang, aber im Durchschnitt nicht extrem steil. Kanter blickt dennoch zuversichtlich auf die kommenden Tage: „Wir haben noch viele Chancen, und ich werde weiter kämpfen.“

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.