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Mikel Merino schießt Spanien ins WM-Halbfinale

Spanien besiegt Belgien im Viertelfinale der Fußball-WM mit 2:1. Mikel Merino erzielt in der 88. Minute das Siegtor. Belgiens Torwart Thibaut Courtois muss verletzt ausgewechselt werden und weint. England-Trainer Thomas Tuchel lobt Harry Kane.

Mikel Merino schießt Spanien ins WM-Halbfinale
Fußball-WM: Das war die WM-Nacht: Merino schießt Spanien ins Halbfinale
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Mikel Merino hat Spanien mit einem späten Tor ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft geschossen. Der eingewechselte Profi vom FC Arsenal traf in der 88. Minute zum 2:1-Sieg gegen Belgien und sicherte seinem Team damit den ersten Einzug unter die besten vier Mannschaften seit dem WM-Titel vor 16 Jahren. Die Partie im Stadion von Los Angeles endete 2:1 für den Europameister, der nun am 14. Juli in Dallas auf Frankreich trifft.

Für den entscheidenden Treffer profitierte Merino von einem schweren Patzer des belgischen Ersatztorhüters Senne Lammens. Der Schlussmann von Manchester United ließ einen Weitschuss nur nach vorne abprallen, und Merino staubte ab. „Überglücklich“ zeigte sich der Matchwinner, der bereits im Achtelfinale gegen Portugal das Siegtor erzielt hatte. „Man gewöhnt sich langsam dran. Ich bin schon wieder reingekommen und habe kurz vor Schluss den Treffer erzielt, der entscheidend war“, sagte Merino mit einem breiten Grinsen. Schon bei der Europameisterschaft 2024 war der frühere Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund mit seinem Siegtreffer gegen die deutsche Nationalmannschaft zum DFB-Schreck avanciert.

Fabián Ruiz hatte Spanien in der 30. Minute in Führung gebracht. Belgien glich durch Charles De Ketelaere in der 41. Minute aus und traf damit als erstes Team der laufenden WM gegen Spaniens Torwart Unai Simon. Dessen Rekordserie ohne Gegentor endete nach 649 Minuten. Für Spanien zählt jedoch nur der Erfolg: Das Team von Trainer Luis de la Fuente steht erstmals seit 2010 wieder im Halbfinale und trifft dort auf Frankreich, das sich ebenfalls als Turnierfavorit präsentiert.

Das Spiel war auch von einem Torwart-Drama auf belgischer Seite geprägt. Thibaut Courtois, der Stammkeeper von Real Madrid, musste in der 71. Minute gegen seinen Willen ausgewechselt werden. „Ich wollte noch fünf oder zehn Minuten spielen“, sagte der 34-Jährige nach der Partie. Sein Ersatzmann Senne Lammens patzte beim entscheidenden Gegentor. Courtois war mit Tränen in den Augen zu sehen. „Die Tränen kamen aus Frustration, weil ich in so einem Spiel ausgewechselt werden musste, obwohl ich mich gut fühlte und nach dem 1:1 einige wichtige Paraden gemacht hatte. Das ist schade. Aber letztlich war es die Entscheidung des Trainers“, erklärte er. Courtois kommt nun auf 21 WM-Einsätze, nur Manuel Neuer hat mit 23 Spielen häufiger bei Weltmeisterschaften im Tor gestanden. Ob der Einsatz gegen Spanien sein letzter als Nationaltorwart Belgiens war, ließ der 34-Jährige offen. „Das ist etwas, worüber ich mit dem Trainer und Sportdirektor Vincent Mannaert sprechen muss.“

In einem weiteren Viertelfinale trifft England am Samstagabend in Miami auf Norwegen. Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel sieht im Wechsel von Stürmer Harry Kane zum FC Bayern München einen Grund für dessen Top-Form bei dieser WM. „In einer Umgebung wie bei den Bayern zu sein, wo es immer nur ums Gewinnen geht, formt deine Mentalität“, sagte Tuchel. „Dort gibt es keine Ausreden. Jeden Tag geht es ums Gewinnen. Das holt das Beste aus Harry heraus.“ Kane hat bisher sechs Tore bei dieser WM erzielt und wird im Viertelfinale gegen Norwegen zu den Schlüsselspielern zählen. Tuchel betonte die enorme Bedeutung des 32-Jährigen für die englische Mannschaft. „Er entscheidet immer unsere Spiele. Mir fehlen langsam die Worte“, sagte der Schwabe. „Er ist in der Form seines Lebens, was uns sehr hilft. Er hat das Mindset eines Teamplayers und geht mit gutem Beispiel voran. Er übernimmt immer Verantwortung. Es ist ein Privileg, sein Trainer zu sein.“

Aus England war zuletzt Kritik am Bayern-Wechsel von Kane vor drei Jahren aufgekommen. Der frühere Nationalspieler Michael Owen meinte, Kane sei besser als die Bundesliga, da diese abgesehen von den Bayern „sehr durchschnittlich“ sei. Tuchel wies diese Kritik indirekt zurück und unterstrich die positive Entwicklung des Stürmers in München. Für England geht es nun darum, den ersten WM-Titel seit 1966 zu gewinnen. Mit Kane in bestechender Form und einem Trainer, der die Mannschaft taktisch gut eingestellt hat, sind die Chancen auf den Halbfinaleinzug intakt.

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.