Rudi Völler bleibt Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und wird seine Tätigkeit mindestens bis zur Europameisterschaft 2028 fortsetzen. Der 66-Jährige habe nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen signalisiert, dass er den Vertrag erfüllen und aktiv am Wiederaufbau der Nationalmannschaft mitwirken wolle, wie der DFB am Dienstag mitteilte. Das „Gesamtpaket“ stimme, hieß es aus Verbandskreisen.
Die Entscheidung fällt nur wenige Tage nach dem erneuten frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026. Das Team war bereits in der Gruppenphase gescheitert, was erneut eine tiefe Krise des deutschen Fußballs offenbarte. Völler, der selbst 1990 als Spieler Weltmeister wurde, sieht seine Aufgabe nun darin, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. „Ich bin überzeugt, dass wir die richtigen Schritte einleiten können“, ließ er über den Verband mitteilen.
Ein zentraler Baustein der Neuausrichtung ist die Zusammenarbeit mit dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp. Der ehemalige Liverpool-Coach soll nach dem WM-Desaster die sportliche Leitung der Nationalelf übernehmen. Völler und Klopp haben bereits mehrfach Gespräche geführt, um eine gemeinsame Strategie für die kommenden Jahre zu entwickeln. Beide gelten als erfahrene Führungspersönlichkeiten, die den deutschen Fußball aus der Krise führen sollen.
Völler war bereits nach der enttäuschenden WM 2022 in Katar als Sportdirektor eingesprungen und hatte maßgeblich an der Strukturreform des DFB mitgewirkt. Sein Vertrag war ursprünglich bis 2026 befristet, doch die jüngsten Ereignisse machten eine vorzeitige Verlängerung notwendig. Der Verband betonte, dass Völlers Erfahrung und sein Netzwerk im internationalen Fußball für den Neuaufbau unverzichtbar seien.
Die Kritik an der Nationalmannschaft war nach dem WM-Aus erneut laut geworden. Experten und Fans forderten tiefgreifende Veränderungen in der Nachwuchsarbeit und der Kaderzusammenstellung. Völler soll nun gemeinsam mit Klopp einen klaren Plan vorlegen, wie die Mannschaft bis zur Heim-EM 2028 wieder konkurrenzfähig gemacht werden kann. Der DFB setzt dabei auf Kontinuität in der Führungsebene, um die langfristige Entwicklung zu sichern.
Neben der sportlichen Neuausrichtung steht auch die Aufarbeitung des WM-Debakels an. Der Verband hat interne Analysen eingeleitet, um die Ursachen für das frühe Aus zu identifizieren. Völler betonte, dass man aus den Fehlern lernen und die Strukturen verbessern müsse. „Wir werden nichts beschönigen, sondern klar benennen, was schiefgelaufen ist“, hieß es aus seinem Umfeld.
Die Personalie Völler stößt in der Fußballszene überwiegend auf Zustimmung. Sein unermüdlicher Einsatz für den deutschen Fußball und seine Fähigkeit, Menschen zu motivieren, werden weithin geschätzt. Allerdings gibt es auch Stimmen, die eine vollständige Erneuerung der Führungsriege fordern. Der DFB hält jedoch an Völler fest und sieht in ihm den richtigen Mann, um die Nationalmannschaft durch die schwierige Phase zu lotsen.
Mit der Vertragsverlängerung bis 2028 sendet der DFB ein Signal der Stabilität. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die geplanten Reformen greifen und die Nationalelf rechtzeitig zur Europameisterschaft wieder zu alter Stärke zurückfindet. Völler und Klopp stehen dabei vor der Herausforderung, nicht nur sportliche Erfolge zu liefern, sondern auch das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen.
