Der neuseeländische Schauspieler Sam Neill ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in Sydney, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Weltberühmt wurde er durch seine Rolle als Paläontologe Dr. Alan Grant in Steven Spielbergs Blockbuster «Jurassic Park» aus dem Jahr 1993. Der Film machte ihn über Nacht zu einem der bekanntesten Gesichter Hollywoods.
Neill, der am 14. September 1947 in Omagh, Nordirland, geboren wurde, wuchs in Neuseeland auf. Seine Karriere begann in den 1970er Jahren mit Rollen in neuseeländischen und australischen Filmproduktionen. Der Durchbruch gelang ihm 1981 mit dem Historiendrama «Die letzte Flut», in dem er einen idealistischen Anwalt spielte. Es folgten zahlreiche internationale Produktionen, darunter «Der Biss der Schlangenfrau» (1988) und «Das Piano» (1993), für das er als bester Nebendarsteller für den British Academy Film Award nominiert wurde.
Seine wohl bekannteste Rolle blieb jedoch die des Dr. Alan Grant in der «Jurassic Park»-Reihe. Neill verkörperte den Dinosaurier-Experten in drei Filmen: dem Original von 1993, der Fortsetzung «Vergessene Welt: Jurassic Park» (1997) und dem Reboot «Jurassic World: Das gefallene Königreich» (2018). In einem Interview sagte Neill einmal, dass die Arbeit an den Filmen «eine der aufregendsten Erfahrungen» seiner Karriere gewesen sei. Die Mischung aus Spannung, Wissenschaft und Abenteuer habe ihn besonders gereizt.
Neben seiner Filmkarriere war Neill auch im Fernsehen erfolgreich. Er spielte Hauptrollen in Serien wie «The Tudors» (2007–2010), in der er den Kardinal Thomas Wolsey darstellte, und in der BBC-Produktion «Peaky Blinders» (2013–2014) als Chief Inspector Chester Campbell. Für seine Darstellung des Wolsey erhielt er eine Nominierung für den Golden Globe Award. Kritiker lobten seine Fähigkeit, historischen Figuren Tiefe und Menschlichkeit zu verleihen.
Im Jahr 2023 machte Neill öffentlich, dass er an einer aggressiven Form von Blutkrebs leide. In einem Interview mit der australischen Zeitung «The Guardian» sprach er offen über seine Erkrankung und die Behandlung. Er erklärte, dass er sich einer Chemotherapie unterziehe und dass die Prognose ungewiss sei. Trotz der Diagnose blieb er optimistisch und arbeitete weiter an Filmprojekten. Seine Offenheit im Umgang mit der Krankheit wurde von vielen Fans und Kollegen gewürdigt.
Sam Neill hinterlässt seine zwei Kinder aus der Ehe mit der australischen Schauspielerin Lisa Harrow, die 1989 geschieden wurde. In den letzten Jahren lebte er zurückgezogen in Sydney, wo er sich auf seine Familie und seine Arbeit konzentrierte. Kollegen und Weggefährten würdigten ihn als einen «außergewöhnlichen Schauspieler und warmherzigen Menschen». Der neuseeländische Premierminister Chris Hipkins schrieb auf Twitter: «Sam Neill war ein kultureller Botschafter Neuseelands. Seine Filme haben Millionen Menschen auf der ganzen Welt berührt. Wir werden ihn sehr vermissen.»
Sein Tod markiert das Ende einer Ära für das Kino der 1990er Jahre, in dem Neill mit seiner ruhigen, aber intensiven Präsenz Maßstäbe setzte. Filmhistoriker heben hervor, dass er zu den wenigen Schauspielern gehörte, die sowohl in Blockbustern als auch in anspruchsvollen Dramen überzeugen konnten. Seine Filmografie umfasst mehr als 60 Filme und zahlreiche Fernsehproduktionen. Zu seinen weiteren bekannten Werken zählen «Die Reise ins Labyrinth» (1986), «Der Pferdeflüsterer» (1998) und «Die Insel der Abenteuer» (2005).
Die Nachricht von seinem Tod löste weltweit Trauer aus. Fans und Kritiker erinnern an einen Schauspieler, der es verstand, Figuren mit einer Mischung aus Autorität und Verletzlichkeit zu spielen. In den sozialen Medien teilten viele Nutzer ihre Lieblingsszenen aus «Jurassic Park» und anderen Filmen. Die Filmindustrie verliert mit Sam Neill einen ihrer vielseitigsten und beliebtesten Darsteller.
