Zum Inhalt springen
Среда, 29. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
Grenzah

Nachrichten über Grenzen hinweg — präzise, nah und im Zusammenhang.

Sport

Spanien besiegt Argentinien im WM-Finale und wird Weltmeister

Spanien hat das WM-Finale gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen und sich zum zweiten Mal den Weltmeistertitel gesichert. Ferran Torres erzielte in der 106. Minute das entscheidende Tor vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford.

Spanien besiegt Argentinien im WM-Finale und wird Weltmeister
Fußball-WM: Spanien schlägt Argentinien im Finale und ist Weltmeister
Grenzah AudioBereit
0:00 / 0:00

Europameister Spanien hat sich im WM-Finale gegen Argentinien durchgesetzt und zum zweiten Mal den Weltmeistertitel gewonnen. Die Iberer siegten in East Rutherford vor 80.663 Zuschauern mit 1:0 nach Verlängerung und krönten sich damit zwei Jahre nach dem EM-Triumph erneut zum Champion. Ferran Torres erzielte in der 106. Minute das entscheidende Tor und verhinderte die erneute Krönung von Argentiniens Superstar Lionel Messi.

Für den 39-jährigen Messi, der bei dieser WM mit acht Toren und vier Assists herausragte, platzte der Traum von der Titelverteidigung jäh. Der achtmalige Weltfußballer war im Endspiel kaum zu sehen und blieb weitgehend wirkungslos. Argentinien hätte als drittes Team nach Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962) den WM-Titel erfolgreich verteidigen können, stattdessen wurde der Champion von 2022 entthront.

Spanien dominierte das Finale über die gesamte Spieldauer und ließ nur wenige Chancen der Argentinier zu. Bereits in der ersten Halbzeit hatten die Iberer mehr vom Spiel, wenngleich zunächst wenig Spektakel zu sehen war. Beide Teams zeigten großen Respekt voreinander, was zu einer zähen ersten Halbzeit führte. Erst nach der Pause steigerten sich die Spanier deutlich und erhöhten zunehmend den Druck.

Luis de la Fuente, der mit 65 Jahren als ältester Trainer der WM-Historie den Titel gewann, setzte auf die gleiche Startelf wie im Halbfinale gegen Frankreich. Die Spanier erwiesen sich als nahezu unüberwindbar: Nur ein Gegentor kassierten die ballsicheren Iberer im gesamten Turnier – beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Wie sie beim souveränen 2:0 im Halbfinale die Offensiv-Zauberer aus Frankreich abkochten, war beeindruckend.

Argentiniens Mittelfeldmann Enzo Fernández musste in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit wegen eines Foulspiels mit Gelb-Rot vom Rasen. Die erste Verwarnung hatte er vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic wegen Reklamierens gesehen. Nach dem Platzverweis ging es für den Titelverteidiger nur noch darum, sich ins Elfmeterschießen zu retten.

In der Verlängerung erlöste Torres die Spanier dann mit seinem Tor per Direktabnahme mit links. Zuvor hatte ein Treffer des eingewechselten Nico Williams nicht gezählt, nachdem Nicolas Otamendi im Zweikampf mit Mikel Merino zuvor zu Boden gegangen war. Der Joker vom FC Barcelona machte damit Spaniens zweiten WM-Triumph perfekt – 2010 hatte André Iniesta in Südafrika den ersten Titel gesichert.

Neben US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino saßen zahlreiche weitere Prominente aus der Sport- und Show-Welt auf der Tribüne: Tom Cruise, Rihanna, David Beckham und Jay-Z etwa. Sie sahen eine zähe erste Halbzeit und dann eine klare Steigerung der Spanier. Die Argentinier enttäuschten offensiv komplett und blieben über die ersten 110 Minuten vollkommen wirkungslos.

Messi hatte die Argentinier bei seiner sechsten WM ins Finale getragen – nicht nur mit seinen Toren und Vorlagen, sondern auch als Idol und Fixpunkt für die Teamkollegen. Wann immer es eng wurde, suchten sie den Ausnahmekönner in der Offensive. So kämpfte sich die Albiceleste in der K.o.-Phase Runde für Runde weiter, mit späten Aufholjagden und zweimal sogar über die Verlängerung. Gegen Spanien war jedoch kein Kraut gewachsen.

Spaniens Lamine Yamal und Argentiniens Messi standen schon vor der Partie im Fokus – nicht zuletzt wegen ihres legendären gemeinsamen Badewannen-Fotos vor knapp 19 Jahren. Sie hatten auch gleich die ersten Szenen im Spiel: Ein Abschluss von Yamal landete in den Armen von Argentinien-Keeper Emiliano Martínez. Im Gegenzug tauchte Messi, der als erster Spieler der WM-Historie sein drittes Finale von Beginn an bestritt, frei vor Unai Simón auf. Doch Spaniens Schlussmann eilte rechtzeitig aus seinem Kasten und klärte.

Die beiden Trainer Luis de la Fuente und Lionel Scaloni sind befreundet. De la Fuente war einst Scalonis Lehrer, als der in einem Sonderprogramm des spanischen Verbands seinen Trainerschein machte. Diese Verbindung zeigte sich in der taktischen Disziplin beider Mannschaften, die sich über weite Strecken neutralisierten. Letztlich setzte sich die spielerische Überlegenheit der Spanier durch, die mit ihrem Kombinationsspiel mehr Zug zum Tor entwickelten und verdient den WM-Pokal holten.

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.